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    Darum sind Regionalmächte gegen Aufteilung Libyens – Experte

    © AP Photo / Manu Brabo
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    Mit dem unlängst von „The Guardian“ veröffentlichten Artikel über den Vorschlag eines hochrangigen Beamten im Weißen Haus zur möglichen Aufteilung Libyens wird wohl eine mögliche Reaktion sowohl in dem Land als auch außerhalb seiner Grenzen geprüft. Dies sagte der libysche Experte für Regionalfragen Abu Bakr al-Ansari in einem Sputnik-Gespräch.

    Dem Experten zufolge treten sowohl die Libyer selbst als auch die Nachbarvölker gegen eine Aufteilung des Landes auf, da dies zu neuen Katastrophen in der Region führen könnte.  

    „Der Westen weißt nicht, wie Libyen nach Gaddafi aussehen soll. Die Nachbarländer nutzen die Lage, um ihre Völker einzuschüchtern und mit einer Wiederholung des Libyen-Szenarios zu drohen. Die Libyer leben hingegen in ständiger Gefahr einer möglichen Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten und möglicher Revolutionen“, so al-Ansari.

    Eine Aufteilung Libyens führe zu einer Revision der Grenzen zwischen den Regionalmächten, zeigte sich der Experte überzeugt.

    „Beispielsweise können Algerien und Tschad die südlibysche Region Fezzan beanspruchen. Es kann auch zu Streitigkeiten mit Tunesien, dem Sudan und Ägypten kommen. Letzen Endes könnte die Aufteilung des Landes eher viele große Probleme mit sich bringen als diese lösen“.

    Wie „The Guardian“ unter Berufung auf eine mit diesem Plan vertraute Quelle berichtet hatte, hat Sebastian Gorka, stellvertretender Assistent von US-Präsident Donald Trump und hochrangiger Beamter im Weißen Haus, vorgeschlagen, Libyen in drei Teile aufzuteilen. 

    Die Idee der Aufteilung Libyens während der Übergangszeit soll Gorka im Laufe eines Treffens mit ranghohen europäischen Diplomaten noch vor der Inauguration Trumps unterbreitet haben.

    Moskauer Kreml
    © Sputnik / Natalia Seliverstova
    Zurzeit gibt es in Libyen eine Doppelherrschaft: Im Osten des Landes regiert ein vom Volk gewähltes Parlament – im Westen die unter UN-Unterstützung gegründete Regierung der Nationalen Einheit. Die östliche Regierung handelt unabhängig von der westlichen, die in Tripolis sitzt, und kooperiert mit der nationalen Armee, die wiederum einen andauernden Krieg gegen Islamisten führt.

    Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi wurde am 20. Oktober 2011 von Rebellen ermordet, die von der Nato Unterstützung erhielten. Der damals im Land entstandene Bürgerkrieg wird praktisch bis heute geführt. Das Land befindet sich in einer schwierigen politischen und wirtschaftlichen Krise.  

     

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    Tags:
    Aufteilung, Uno, The Guardian, Sebastian Gorka, Donald Trump, Muamar al-Gaddafi, Tunesien, Ägypten, Sudan, Libyen