14:56 23 Oktober 2020
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    Für einen angeblichen Giftgaseinsatz der syrischen Armee gibt es keinerlei Beweise, wie Russlands Präsident Wladimir Putin äußerte. Die Nato-Verbündeten der USA verglich er dabei mit immer nickenden „chinesischen Wackel-Männchen“.

    „Wie haben die Nato-Verbündeten darauf reagiert? Alle nicken wie chinesische Wackel-Männchen, ohne dabei die Geschehnisse zu analysieren“,  sagte Putin am Mittwoch in einem Interview mit dem Fernsehsender „Mir“.

    „Wo sind die Beweise für einen angeblichen Einsatz von C-Waffen durch die syrischen Truppen? Es gibt sie nicht. Offensichtlich sind aber die Verstöße gegen das Völkerrecht: Ein Schlag auf einen souveränen Staat wurde ohne Sanktionen des UN-Sicherheitsrates ausgeführt.“

    Auch Putin meinte dabei, dass diese Situation an das Jahr 2003 erinnere, als ein vollkommen erdachter Vorwand für die Verlegung der Nato-Truppen nach Afghanistan genutzt worden war.

    „Das Land ist zerstört. Gerade danach haben verschiedene Terrororganisation deren Aktivitäten intensiviert und ist die Terrormiliz Daesh entstanden. Alle wissen das. Alle begreifen das, aber treten zweimal auf dieselbe Harke“, fügte der Präsident hinzu.

    In der Nacht zum 7. April hatte die US-Armee nach eigenen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf den syrischen Militärflugplatz Schairat in der Provinz Homs abgefeuert. Zuvor hatten die USA, ohne jegliche Beweise vorzulegen, die syrischen Streitkräfte, die von diesem Militärstützpunkt aus arbeiten, für die Chemieattacke auf Zivilisten in der syrischen Provinz Idlib vom 4. April verantwortlich gemacht.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien. Laut Al-Muallem haben die syrischen Regierungstruppen niemals Giftgas gegen Zivilisten oder Terroristen eingesetzt und werden dies auch in Zukunft nicht tun.

    Zudem hat US-Außenminister Rex Tillerson Moskau ein Ultimatum gestellt: Russland müsse sich entweder für gute Beziehungen mit den USA oder für die Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, des Iran und der Schiitenmiliz Hisbollah entscheiden.

    Moskau hat hingegen mehrmals erklärt, dass es keine Beweise für den angeblichen Giftgasangriff durch Damaskus gebe und der Vorfall zuerst geprüft werden solle.

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    Tags:
    Giftgasangriff, Tomahawk-Marschflugkörper, Dschabhat al-Nusra, UN-Sicherheitsrat, Rex Tillerson, Walid al-Muallim, Baschar al-Assad, Wladimir Putin, Syrien, USA, Russland