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07:46 14 Oktober 2019
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    Donald Trump armt eine US-Flagge um

    „Ich glaubte nie an ‚romantisches Verhältnis‘ zwischen Putin und Trump“ – Experte

    © AP Photo / Evan Vucci
    Politik
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    Der erste US-Angriff seit Beginn des Syrien-Kriegs auf einen Militärstützpunkt der syrischen Armee war eine spontane Reaktion des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, um zu zeigen, dass er handlungsfähig ist. Dieser Ansicht ist Heinz Gärtner vom International Institute for Peace in Wien.

    „Es gibt keine Beweise, wer die Chemiewaffen eingesetzt hat. Es wäre besser gewesen, eine Untersuchung anzuordnen, bevor man militärisch reagiert. Der Grund war wahrscheinlich ein anderer. Trump wollte zeigen, dass er handlungsfähig ist. Er wollte sich auch von Russland distanzieren, um zu zeigen, dass er nicht abhängig davon ist, was Russland in Syrien tut und sagt.“

    Folgen eines Raketenbeschusses der syrischen Stadt Douma
    © REUTERS / Bassam Khabieh
    Es wäre besser gewesen, wenn es ein UN-Mandat gegeben hätte, betonte der Experte. Auf die Frage nach der weiteren Entwicklung  der Situation in der Region sagte Gärtner:

    „Es kann sein, dass der internationale und auch der innenpolitische Druck auf Trump so groß wird, dass er weiter handeln muss, dass die USA in einen Konflikt hineingezogen werden. Ich glaube, dass Trump keine Strategie hat, wie er weiter vorgehen soll. Es kann auch sein, dass die USA gezwungen werden, mit Bodentruppen zu reagieren. Dann würden die USA in einen Konflikt verwickelt werden, wie es in der Vergangenheit in Vietnam, Irak  und Afghanistan der Fall war. Die Frage ist, ob Trump das will, nachdem er der amerikanischen Bevölkerung versprochen hatte, sich nicht in internationale Konflikte einzumischen. Er wird keine Unterstützung bei der Bevölkerung finden.“

    Sean Spicer, der Pressesprecher des Weißen Hauses
    © AFP 2019 / Brendan Smialowski
    Die Beziehungen zwischen Russland und den USA nach dem US-Angriff auf den Flughafen der syrischen Armee würden schwieriger werden, unterstrich der Experte.

    „Ich habe nie daran geglaubt, dass es ein romantisches Verhältnis zwischen Putin und Trump gibt. Es gibt gemeinsame Punkte wie den Kampf gegen den Terrorismus und den IS, doch es gibt auch genügend Konfliktlinien, die die Ukraine und Assad betreffen. Innenpolitisch ist Trump sehr unter Druck geraten, die Kooperation mit Russland zurückzunehmen. Das sind innenpolitische Argumente der Demokraten, und darum wird es für Trump schwieriger, mit Russland zusammenzuarbeiten.“

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    Tags:
    Internationale Beziehungen, Raketenangriff, UN, Wladimir Putin, Donald Trump, Ukraine, Syrien, Russland, USA