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    Trumps Angriffsbefehl auf Syrien nicht gegen Russland gerichtet – Experte

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    US-Außenminister Rex Tillerson zu Besuch in Moskau (22)
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    US-Außenminister Rex Tillerson ist in diplomatischer Mission nach Moskau gereist. Anlass der Gespräche sind aktuelle Entwicklungen im Syrien-Konflikt. Martin Hoffmann, Vorstandsmitglied beim Deutsch-Russischen Forum (DRF), erwartet nicht, dass die Öffentlichkeit die entscheidenden Dinge der Verhandlungen erfährt.

    Bei dem Treffen werde US-Außenminister Tillerson intern deutlich machen, dass Russland aus Sicht der US-Administration zwei Handlungsoptionen habe, erläuterte DRF-Vorstand Hoffmann im Interview mit Sputnik. Entweder gebe es eine grundlegende Konfrontation mit den USA, welche die Dominanz Russlands im Nahen und Mittleren Osten nicht weiter dulden würden.

    Oder für Washington geht es nach wie vor darum, mit der russischen Regierung gemeinsam eine Befriedung in Syrien herzustellen. Ohne die russische Beteiligung in der Region würde dies gar nicht möglich sein und sei unrealistisch, erklärte der DRF-Geschäftsführer gegenüber Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin.

    Tillerson werde im Gespräch mit den russischen Politikern durchblicken lassen, wie die grundsätzlichen strategischen Erwägungen beider Großmächte in der aktuellen Syrien-Krise aussähen.

    „Dem Tillerson kann man vieles, auch Kritisches, nachsagen. Er ist aber ein Stratege, er ist berechenbar und er kennt Russland seit vielen Jahren“, beschrieb der Experte den neuen US-Außenminister. Der Texaner habe sogar einst den „Orden der Freundschaft“ vom russischen Präsidenten Wladimir Putin erhalten.

    Nach der jüngsten US-Attacke auf Syrien hänge jetzt viel davon ab, wie die weitere Kommunikation zwischen dem russischen und dem US-amerikanischen Präsidenten ablaufen werde, betonte Hoffmann. Insbesondere inwieweit Trump versuche, seine Stellung im eigenen Land auf Kosten einer weiteren Verschlechterung der Beziehung zu Russland zu stärken.

    „Es gibt nach wie vor gute Gründe dafür anzunehmen, dass Trump an seinem ursprünglichen vor der Wahl formulierten Plan, Russland als gleichberechtigten Partner zu behandeln, festhalten wird“, fuhr das DRF-Vorstandsmitglied fort.

    Aus seiner Sicht wollte Trump durch den Militärschlag gegen Syrien die Eliten in seinem eigenen Land konsolidieren und beschwichtigen. „Im Moment ist es schwer zu sagen, ob es wirklich ein Schritt der USA gegen eine Zusammenarbeit mit Russland in der Region war oder ein Versuch, auf das nationale US-Establishment einzuwirken“, so der DRF-Experte. Vieles spreche dafür, dass Trump versucht habe, den Schaden zu minimieren, indem er die russische Seite vorgewarnte und so die Möglichkeit gab, entsprechende Evakuierungsmaßnahmen vorzunehmen.

    Hoffmann warnte vor Spekulationen: „Man muss jetzt abwarten, wie Russland auf diese Situation reagiert. Bis jetzt war von russischer Seite immer ein besonnenes Verhalten zu sehen gewesen.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Internationale Beziehungen, Militärschlag, Luftangriff, Deutsch-Russisches Forum, Rex Tillerson, Donald Trump, Wladimir Putin, Syrien, USA, Russland