16:43 12 Dezember 2017
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    Heiliger sein um andere zu verurteilen – „Kommersant“-Reporterin zu US-Cyberwaffen

    © AFP 2017/ Menahem Kahana
    Politik
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    Zum ersten Mal musste sich laut Elena Tschernenko, Resort-Leiterin Außenpolitik der Moskauer Tageszeitung „Kommersant“, ein offizieller amerikanischer Vertreter zur Einmischung mittels US-Cyberwaffen im Iran und in Nordkorea äußern. Dies hat Außenminister Rex Tillerson in Moskau getan.

    Während einer Pressekonferenz wollte Tschernenko wissen, welchen Unterschied er darin sehe, ob Russland, so wie die USA es behaupten, sich mittels Cyberwaffen in die Wahlen eingemischt habe, und die USA sich selbst in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen würden. Bekannt ist, dass die Amerikaner das Virus Stuxnet geschaffen haben, das das iranische Nuklearprogramm um mindestens ein Jahr verlangsamt hat. Und jetzt versuchen die Amerikaner, das Raketenprogramm Nordkoreas mit Hilfe von Cyberwaffen zu verlangsamen.

    Tillerson sagte dazu, er sehe einen großen Unterschied, ob sich jemand in Wahlen einmische oder versuche, ein Waffenprogramm zu stoppen. „Das kann man nicht vergleichen“, so der US-Außenminister. Die russische Journalistin fand diese Antwort kennzeichnend, wie sie in einem Interview mit Sputnik äußerte.

    Tillersons Moskau-Besuch verlief aus ihrer Sicht vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in Syrien in einer nervösen Atmosphäre. Zunächst sollte dieser Besuch den Gipfel der Präsidenten Russlands und der USA vorbereiten. „Es sollte darum gehen, welche Themen sie bei ihrem ersten persönlichen Treffen erörtert werden und welche Vereinbarungen im Vorfeld schon getroffen werden können“, schildert Tschernenko. Syrien habe aber die stundenlangen Gespräche überschattet.

    „Bis zur allerletzten Minute wusste niemand, ob Rex Tillerson wegen der ganzen Atmosphäre der Konfrontation überhaupt im Kreml empfangen wird“, so die Journalistin. „Man vermutete, dass er der allererste Außenminister seit den 30er Jahren werden würde, der bei seinem Antrittsbesuch in Moskau nicht in den Kreml eingeladen wird. Am Ende ist alles doch etwas positiver herausgekommen, als es am Anfang erschien.“

    Schließlich seien Moskau und Washington sich einander nicht näher gekommen, was das Schicksal von Baschar al-Assad angehe,  so Tschernenko weiter.  „Hier gibt es immer noch enorme Unterschiede. Auch in der Frage, wer an dem Chemieangriff vom 4. April schuld ist. Positiv ist schon, dass Russland und die USA doch wieder zu dem gemeinsamen Flugsicherheits-Memorandum in Syrien zurückkommen, welches Russland nach dem US-Raketenangriff ausgesetzt hat.“

    Wichtig sei auch, dass beide Außenminister verlautet hätten, dass es jetzt öffentliche Kanäle zwischen den Geschäftskreisen aus Amerika und Russland geben werde, äußert Tschernenko. „Diplomaten werden den Unternehmern helfen, sich untereinander zu verständigen, um den Wirtschaftsaustausch wieder in Schwung zu bringen. Demnächst wird auch eine spezielle Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit den schwierigen Fragen in den bilateralen Beziehungen beschäftigen wird. Deswegen kann man hoffen, dass am Ende sich doch die Beziehungen zumindest nicht verschlechtern werden.“

    Über die wahren Absichten der USA in Bezug auf Russland sei es momentan schwierig zu urteilen, so Tschernenko.  „Da gibt es ja Präsident Trump mit seinem Twitter, die offiziellen Vertreter, wie jetzt Rex Tillerson oder seine Kollegin beim Uno-Sicherheitsrat, Nikki Haley. Man konnte aber schon sehen, dass es Bereiche gibt, wo sich die beiden Länder derzeit nicht verständigen können. Es gibt aber auch die Bereitschaft dazu, sich in den Bereichen zu verständigen, wo es ein gegenseitiges Interesse gibt.“

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    Tags:
    Moskau-Besuch, Cyber-Armee, Cyberattacken, Pentagon, Rex Tillerson, Iran, Nordkorea, USA
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