04:37 15 November 2019
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    Chemieattacke Idlib: Moskau bezweifelt „unbestreitbare Beweise“ des Pentagons

    © AP Photo / Damon Moritz/U.S. Navy
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    Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, hat Medienberichte über angeblich von den USA abgefangene Gesprächen syrischer Militärs über die Vorbereitung einer Chemieattacke in Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib kommentiert.

    „Das Pentagon rechtfertigt traditionell jede Verletzung des Völkerrechts, insbesondere gegen souveräne Staaten verübte Militäraggressionen mit dem Vorhandensein ‚unbestreitbarer‘ Beweise für die Übeltaten“, so Konaschenkow. „Und je mehr diese an den Haaren herbeigezogen sind, desto ‚geheimer‘ sind sie.“  Sollten die US-Geheimdienste nun fortfahren, solche angeblich existierenden Beweise für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verbergen, ergänzte er, dann bedeute dies schlicht und einfach, dass es keinerlei Beweise gebe.

    Der TV-Sender CNN hatte zuvor unter Verweis auf einen ranghohen US-Staatsbeamten berichtet, dass Militärs und die Geheimdienste Mitteilungen syrischer Militärs und Chemieexperten abgefangen hätten, in denen angeblich die Rede von der Vorbereitung eines Angriffs unter Einsatz von Sarin gewesen sein soll.

    Die syrische Opposition hatte am 4. April erklärt, dass eine Chemieattacke in der Stadt Chan Scheichun etwa 80 Tote und 200 Verletzte gefordert habe. Als Schuldigen nannten sie die syrischen Regierungstruppen, welche dies jedoch entschieden zurückwiesen und die Terroristen dafür verantwortlich machten. Laut dem russischen Verteidigungsministerium traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf Chan Scheichun ein Arsenal mit aus dem Irak stammenden Chemiewaffen der Terroristen.

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    Die USA hatten daraufhin, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen oder auch nur eine Untersuchung durchzuführen, ehe sie Damaskus beschuldigen, in der Nacht auf den 7. April von Schiffen der US Navy im Mittelmeer aus 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärflugplatz Schairat abgefeuert.

    Der syrische Außenminister Walid al-Muallem hatte indes betont, dass die Regierungstruppen nie Chemiewaffen gegen die Zivilbevölkerung und gegen die Terroristen eingesetzt haben, und dass das gesamte Chemiewaffenarsenal Syriens unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) außer Landes gebracht worden war.

    Wie zudem der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschafari mitteilte, hat Syrien bereits Experten der OPCW zu einem Besuch auf dem Luftstützpunkt Schairat und in der Stadt Chan Scheichun eingeladen.

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    Tags:
    Chemiewaffen, Igor Konaschenkow, Idlib, Syrien, Russland, USA