14:41 21 Juni 2018
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    Bilder von Wladimir Putin und Donald Trump

    „Super-Bösewicht Putin“: SZ-Reporter erläutert Russland-Paranoia

    © AP Photo / Dmitri Lovetsky
    Politik
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    Die Anti-Russland-Hysterie in den USA ist mittlerweile schon irrational geworden, wie der Reporter Johannes Kuhn von der „Süddeutschen Zeitung“ schreibt.

    Viele Trump-Gegner sind sich demnach sicher, dass der US-Präsident Donald Trump ein „sibirischer Kandidat“ sei und die Politik der neuen Administration von ausländischen Geheimdiensten bestimmt werde. Viele Amerikaner seien der Meinung, dass Staatschef Trump einem „Hochverrat“ gleichkomme, und zogen vor das Justizministerium, um „Lock him up!“(„Sperrt ihn ein“) zu fordern.

    Kuhn vermutet, dass diese Paranoia vor allem für Vertreter der Demokratischen Partei typisch sei, deren Kandidatin Hillary Clinton bei den Wahlen verloren hatte. Er betonte, dass Spekulationen um Trumps angebliche Kontakte nach Moskau nur auf „Gefühle im Gedächtnis“ beruhten.

    Der Autor verwies auch auf die US-Vorwürfe einer Einmischung in die Präsidentenwahl durch angebliche russische Hackerangriffe.

    „Vor allem die Argumente für eine direkte Befehlskette zur russischen Regierung sind schwach, Motive und Strategie teilweise aus dem Programm des russischen TV-Senders RT (ehemals Russia Today) oder Aussagen wie der des ultrarechten russischen Polit-Außenseiters Wladimir Schirinowski abgeleitet“, so Kuhn weiter.

    Dabei betonte er, dass es „aber keine endgültigen Beweise gibt für eine russische Beteiligung an den Hackerangriffen auf die E-Mail-Konten der demokratischen Partei (DNC)“.

    Diese Anti-Russland-Obsession sei „mit der von Stereotypen und kaltem Krieg geprägten Perspektive der US-Amerikaner“ verbunden.

    „Hier in den USA gibt es inzwischen einen verbreiteten Glauben, dass Putin ein Super-Bösewicht ist wie in Hollywood oder Comic-Büchern. Damit schenken Amerikaner indirekt dem Putin-Kult Glauben“, schreibt er abschließend.

    Im Oktober hatten das US-Innenministerium und das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste verkünden lassen, Russland sei in die Cyber-Angriffe verwickelt gewesen, die 2016 gegen politische Einrichtungen der Vereinigten Staaten verübt worden seien. Dabei betonten die US-Geheimdienste, dass die Hacker es nicht geschafft hätten, Zugriff auf die US-Wahlsysteme zu bekommen. Deshalb „wäre es äußerst schwierig, die Stimmenauszählung oder das Wahlergebnis durch Cyber-Attacken oder Cyber-Eingriffe zu ändern", hieß es. Die US-Behörden haben bislang keine Beweise einer Beteiligung Russlands an Hacker-Angriffen vorgelegt, die das Präsidentschaftswahlergebnis hätten beeinflussen sollen.

    Der russische Präsident Wladimir Putin kommentierte dazu, dass die von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichten Informationen mit den Interessen Russlands nichts zu tun haben. Die Hysterie angesichts solcher Hackerattacken werde aufgebauscht, um die Aufmerksamkeit von den Inhalten der veröffentlichten Dokumente abzulenken, sagte er.

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    Tags:
    Spekulationen, Einmischung, Hysterie, Paranoia, Beweise, Amerikaner, Süddeutsche Zeitung, Donald Trump, Wladimir Putin, USA, Russland
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