03:43 21 November 2019
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    Moskau schimpft mit OPCW-Mission in Syrien

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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat sich schriftlich an den Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer (OPCW) gewandt, wo er die Unzufriedenheit Moskaus über die Ermittlungsmethoden der in Syrien tätigen Experten darlegt, wie der Vize-Außenminister Russlands, Sergej Rjabkow, am Freitag gegenüber Journalisten erklärte.

    „Die Wiederaufnahme der Tagungsarbeit der OPCW steht am Mittwoch bevor. Bis dahin sind noch keine Entscheidungen getroffen worden. Wir haben gemeinsam mit dem Iran einen entsprechenden Beschlussentwurf zur Begutachtung des OPCW-Exekutivrates eingebracht“, so Rjabkow.

    Man habe einen vom Außenminister verfassten Brief an den Generaldirektor der Organisation gerichtet, wo Moskaus Stellungnahme sowie Erläuterung ausführlich dargelegt seien, warum die Tätigkeit der sogenannten Syrien-Mission zur Ermittlung von Tatsachen der Chemiewaffeneinsätze Moskau in ihrer bisherigen Methodik nicht zufriedenstelle, so der Diplomat.

    „Dieses Thema haben wir, schon lange bevor die Ereignisse auf dem Luftstützpunkt Schairat und in der Stadt Chan Scheichun passiert waren, aufgeworfen“, fuhr Rjabkow fort.

    Ihm zufolge halte Moskau die von der Mission formulierten Schlussfolgerungen über die aufgedeckten Tatsachen in Syrien für politisch motiviert und voreingenommen. Sie erforderten weitere Klarstellung.

    In der Nacht zum Freitag hatte die US-Armee nach eigenen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf den Flugplatz Schairat der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Zuvor hatten die USA, ohne jegliche Beweise vorzulegen, die syrischen Streitkräfte, die von diesem Militärstützpunkt aus arbeiten, für die Chemieattacke auf Bürger in der syrischen Provinz Idlib in Syrien vom 4. April verantwortlich gemacht.

    Laut dem Gouverneur der Provinz Homs forderte der Raketenangriff sieben Menschenleben — fünf Militärs und zwei Zivilisten. Nach den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind zwei syrische Militärs verschollen, vier wurden getötet und sechs während der Brandbekämpfung verletzt. Das syrische Militär teilte indes mit, zehn  Mann verloren zu haben. Die Lokalbehörden berichten auch von mehreren zivilen Opfern, darunter Kinder.

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    Tags:
    Tagung, Diplomat, Ermittlung, Chemiewaffen, Verbot, Mission, OPCW-Exekutivrat, Außenministerium Russlands, OPCW, Sergej Rjabkow, Sergej Lawrow, USA, Syrien, Russland