06:51 25 Juli 2017
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    Walid Muallem (l.), Sergej Lawrow und Dschawad Sarif (r.) bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Moskau

    „Umsturz-Aggression“: Lawrow und seine Gäste rügen US-Angriff auf Syrien

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    Politik
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    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)
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    Moskau, Damaskus und Teheran sind sich darin einig, dass der jüngste US-Raketenangriff auf Syrien ein Aggressionsakt ist. Dies sagte am Freitag der russische Außenminister Sergej Lawrow nach einem Treffen mit seinen syrischen und iranischen Amtskollegen.

    „Wir haben wichtige Verhandlungen mit den Kollegen Walid Muallem und Mohammed Dschawad Sarif absolviert, die uns ermöglichten, unsere Stellungnahmen zu der letzten Entwicklung der Ereignisse um die Syrien-Regelung zu vergleichen“, so Lawrow.

    Er betonte dabei, dass der Dialog in solchem Format bereits eine Tradition sei. „Wir haben uns im Oktober 2016 zu dritt in Moskau getroffen. Und heute haben wir vor allem die Situation erörtert, die infolge der amerikanischen Raketenangriffe auf einen Stützpunkt in Syrien am 7. April entstanden ist“, sagte er weiter.

    „Wir haben unsere Position bestätigt und sind uns einig, dass es sich dabei um einen Aggressionsakt und groben Verstoß gegen Prinzipien des internationalen Rechts und der UN-Charta handelte.“  

    „Unüberlegte Problematisierung“ – Russlands Außenministerium zu US-Angriff in Syrien

    Zudem sagte Lawrow: „Es ist offensichtlich für alle, dass ein Verstoß gegen internationales Recht unzulässig ist. Aggressionsaktionen solcher Art zielen offenbar darauf ab, den Friedensprozess zu unterbinden, der in der Resolution des UN-Sicherheitsrates vorgesehen ist.“

    Ziel dieser Aktionen sei es offenbar, sich „von der Basiskonzeption zurückzuziehen und wieder Anlässe zu finden, um zu einem Regimewechsel zu kommen“.

    Darum rief Lawrow die USA und ihre Verbündeten zu mehr Respekt vor der syrischen Souveränität auf und warnte vor jedem Vorgehen, das zu ernsten Konsequenzen nicht nur für die regionale sondern auch für die globale Sicherheit sowie für die Grundlagen führen könne, auf denen das heutige internationale Recht und die Friedensordnung beruhten.

    In der Nacht zum Freitag hatte die US-Armee nach eigenen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk  auf den Flugplatz Schairat der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Zuvor hatten die USA, ohne jegliche Beweise vorzulegen, die syrischen Streitkräfte, die von diesem Militärstützpunkt aus arbeiten, für die Chemieattacke auf Bürger in der syrischen Provinz Idlib in Syrien vom 4. April verantwortlich gemacht.

    Laut dem Gouverneur der Provinz Homs forderte der Raketenangriff sieben Menschenleben — fünf Militärs und zwei Zivilisten. Nach den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind zwei syrische Militärs verschollen, vier wurden getötet und sechs während der Brandbekämpfung verletzt. Das syrische Militär teilte indes mit, zehn  Mann verloren zu haben. Die Lokalbehörden berichten auch von mehreren zivilen Opfern, darunter Kinder.

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    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)

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    Tags:
    Raketenangriff, Syrien-Regelung, Regimewechsel, Verhandlungen, Aggression, Walid Muallem, Mohammad Javad Zarif, Sergej Lawrow, Iran, Syrien, USA, Russland
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