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    Alexander Sachartschenko

    Donezker Republikchef: Kriegsende erst nach Machtwechsel in Kiew

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    Politik
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    Alexander Sachartschenko, Leiter der international nicht anerkannten „Volksrepublik Donezk“ im Osten der Ukraine, glaubt nicht, dass der seit drei Jahren andauernde Konflikt mit den ukrainischen Truppen ohne einen Machtwechsel in Kiew beendet werden kann.

    „Uns ist klar, dass unser Krieg erst dann endet, nachdem es in der Ukraine zu einem politischen Regimewechsel gekommen ist“, sagte Sachartschenko während einer Fragestunde mit Bürgern am Freitag. Aus seiner Sicht führt die Donezker Volksrepublik nicht mit dem ukrainischen Volk einen Krieg, „sondern mit dem verbrecherischen Regime in Kiew“.

    „Wir wollen uns von euch (von der übrigen Ukraine – Red.) mit keinerlei Mauern abschirmen. Ich denke, dass die Ukraine nicht länger in die Hände der Neonazis gelegt werden darf.“

    Zugleich erklärte sich Sachartschenko bereit, mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko zu verhandeln. „Wenn Poroschenko seine Bereitschaft zu Verhandlungen zeigt und die Entschlossenheit, den Krieg zu beenden, werde ich mich selbst mit ihm an den Verhandlungstisch setzen.“

    Im Osten der Ukraine schwelt seit rund drei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und zuerst mehr Selbstöndigkeit gefordert und dann unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Formell gilt seit September 2015 in der Region eine Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Nach den jüngsten UN-Angaben sind bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen bislang insgesamt fast 10.000 Menschen ums Leben gekommen.

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    Tags:
    Donbass, Donezk, Ukraine