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06:09 16 Juli 2019
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    Nach einem Giftgasanschlag in Syrien

    Moskau: Es gibt Zweifel an Objektivität der OPCW-Ermittlung zu Syrien

    © REUTERS / Ammar Abdullah
    Politik
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    Experten zufolge gibt es viele Fragen an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die zur Giftgasattacke in Syrien ermittelt. So sei unklar, woher die Proben kommen und in welchen Labors sie geprüft werden, sagt Konstantin Kossatschow, Chef des Auswärtigen Ausschusses des russischen Föderationsrates.

    „Die Proben werden irgendwo in der Türkei geprüft. Wie, wann und wo sie genommen wurden und in welchen Labors sie analysiert werden, wird vor der Öffentlichkeit verheimlicht“, schreibt Kossatschow auf seiner Facebook-Seite. „Die Experten weigern sich, an den Ort der Ereignisse zu reisen.“

    Es sollte ein internationales Expertenteam an Ort der vermutlichen Giftgas-Attacken fahren, so Kosatschow. Es sei auch interessant, warum die beiden Arbeitsgruppen zu dem Fall von Briten geleitet werden. Nach den US-Raketenangriffen ohne jegliche objektive Untersuchungsergebnisse werde der Widerstand gegen eine objektive Ermittlung weiter steigen, meint Kossatschow.

    „Da jeder Beweis gegen die Hauptversion, laut der die syrische Regierung an dem C-Waffen-Angriff in Idlib schuldig ist, automatisch zu einer Anklageschrift gegen die USA wird. Und das ist eine ernste Sache“, so Kossatschow.

    Russland hatte bei der OPCW-Sitzung am 13. April vorgeschlagen, eine internationale Expertenmission zu bilden, um unbefangen zu der Giftgas-Attacke in Syrien zu ermitteln. Moskau wird laut Außenminister Sergej Lawrow die Ergebnisse der nichttransparenten Ermittlung, an der ausschließlich Vertreter westlicher Länder beteiligt sind, nicht akzeptieren.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten Anfang April rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

    Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppierungen al-Nusra und Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei.

    Die USA hatten als Reaktion auf den vermutlichen Giftgasangriff in der Nacht auf den 7. April von Schiffen der US Navy im Mittelmeer aus 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärflugplatz Schairat abgefeuert, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen oder auch nur eine Untersuchung durchzuführen, ob Damaskus schuldig ist. Moskau bezeichnete den Angriff als einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

     

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    Tags:
    Transparenz, Proben, C-Waffen, schuld, Objektivität, Zweifel, Ermittlung, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Konstantin Kosatschow, USA, Russland, Syrien