15:48 20 August 2017
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    Russland als möglicher Vermittler: „Kim Jong Un vertraut Chinesen nicht“

    © AFP 2017/ Ed Jones
    Politik
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    Russland versucht einem Zeitungsbericht zufolge, auf Nordkorea diplomatisch einzuwirken, damit dieses wieder an internationalen Gesprächen teilnimmt. Die Sache verkomplizieren allerdings US-Kriegsschiffe nahe der nordkoreanischen Grenze.

    Am Montag schreibt die Zeitung "Iswestija": „Mit großen Besorgnissen beobachtet Moskau die Zuspitzung auf der Koreanischen Halbinsel und begrüßt natürlich nicht die US-Zerstörer in unmittelbarer Nähe der nordkoreanischen Grenze – sie stören nur die Versuche, Pjöngjang zu einem Dialog zu bewegen. Nichtsdestotrotz könnte Russland die Rolle eines Mediators bei der Regelung des Nordkorea-Problems übernehmen.“

    Nach Angaben des Blattes haben ihm zwei russische Diplomaten bestätigt, dass die Regierung in Moskau tatsächlich versuche, Nordkorea zu multilateralen Gesprächen zu bewegen. Ein Diplomat wurde dabei mit den Worten zitiert: „Moskau hat sich immer für eine diplomatische Lösung des Problems der Koreanischen Halbinseln eingesetzt. Wir teilen zwar die Besorgnisse der internationalen Gemeinschaft über die jüngsten Aktivitäten der Regierung in Pjöngjang, halten aber eine Aggression gegen Nordkorea für keinen Ausweg.“   

    Andrej Klimow, Vizechef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat (Parlamentsoberhaus), sagte dem Blatt, Moskau unterhalte nach wie vor diplomatische Beziehungen mit Pjöngjang und habe die nordkoreanische Staatsführung nie verbal beleidigt. Aber auch mit Südkorea habe Russland gute Beziehungen und sei deshalb der Rolle eines Mediators gewachsen.

    „Dabei unterstützt Moskau jene Resolutionen des UN-Sicherheitsrates, die von Nordkorea bestimmte Maßnahmen fordern, darunter einen Stopp des Atomprogramms und der ballistischen Raketenstarts“, so Klimow.

    Am Sonntag hatte Nordkorea laut südkoreanischen Militärs einen Raketentest absolviert, der allerdings scheiterte. Wie das Pentagon seinerseits mitteilte, explodierte die nordkoreanische Rakete kurz nach dem Start.

    Wassilij Kaschin, Experte des russischen Fernost-Instituts, sagte, China habe mehr Instrumente als Russland, um Nordkorea wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Moskau habe aber einen wichtigen politischen Vorteil gegenüber Peking: „Kim Jong Un vertraut nicht den Chinesen, die aus seiner Sicht ihre Version der Dominanz über Nordkorea anstreben und dessen Selbständigkeit verletzten wollen. Zu Russland hat er dagegen mehr Vertrauen.“

    Die Zeitung zitierte auch US-Außenminister Rex Tillerson mit den Worten, Washington setze große Hoffnungen in Russland, weil dieses in der Lage sei, Nordkorea davon zu überzeugen, dass Verhandlungen wieder beginnen sollen.

    Das Blatt kommentiert: „Nicht zuletzt dank der russischen Bemühungen war es zuvor gelungen, den Iran an den Verhandlungstisch zu bringen. Allem Anschein nach würden sich die USA freuen, wenn jenes iranische Szenario nun wieder genutzt werden könnte. Das Hauptproblem besteht allerdings darin, dass es sehr schwer fallen wird, Pjöngjang zu einer multilateralen Regelung zu überreden, solange US-Zerstörer mit Tomahawk-Raketen an Bord sich nahe der nordkoreanischen Gewässer aufhalten.“

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    Tags:
    Vermittlung, Konfliktlösung, Außenministerium Russlands, Pentagon, Rex Tillerson, Andrej Klimow, Nordkorea, USA, Russland
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