06:52 25 Juli 2017
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    Trump steckt in Sackgasse und muss zuschlagen – jetzt gegen Nordkorea - Blog

    © AFP 2017/ Nicholas Kamm
    Politik
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    Donald Trump hat ein verhängnisvolles Spiel mit Nordkorea begonnen und steckt jetzt in einer Sackgasse. Doch schon Machiavelli warnte Fürsten vor hohlen Machtdemonstrationen. Diese Einschätzung liefert Alexej Roschtschin in seinem jüngsten Blogeintrag, den die russische Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag veröffentlicht hat.

    Wenn du schon die Waffe gezückt und zum Schlag ausgeholt hast, dann schlag zu. Sonst entblößt du vor den Augen deiner Feinde, schlimmer noch vor den Augen deiner Untertanen, deine Schwäche und Unentschlossenheit. Dann verlierst dein Ansehen und bald darauf auch die Macht. So lautet Machiavellis Weisheit.

    Derselbe Machiavelli, wie auch Hunderte Denker vor und nach ihm (darunter auch der russische Staatschef), haben scharfsinnig bemerkt, dass man eine Ratte niemals in die Ecke treiben solle. Denn in der Ecke verliert die Ratte endgültig alle Hemmungen.

    Indes hat Trump sich Nordkorea gegenüber so rabiat wie nur möglich verhalten. Er hat seine Flugzeugträger an Nordkoreas Grenze herangeschoben, die Vernichtung aller Atomanlagen angedroht und ist, wie auch zu erwarten war, auf die Gegendrohungen des nordkoreanischen Nationalführers gestoßen: dieser Kim-3 droht in seinem Eifer einfach allen mit Atomschlägen. Und er hat auch irgendwelche Träger für die Sprengköpfe, das dichtbesiedelte China ist gleich nebenan und hinter der Mauer ist das verhasste Südkorea… Hat Trump daran gedacht, wie er sie schützen wird?

    So ist es also völlig unklar, was er tun soll. Zurückrudern? Dies aber fasst die ganze Welt eindeutig auf: Als einen Sieg der Nordkoreaner über die Supermacht Nummer 1. „Amerikaner schrecken vor erbärmlichem Kim zurück“, würde es dann heißen, auch in den USA. Und danach frei nach Machiavelli…

    Es sieht also so aus, als ob Trump sich selbst in die Lage gebracht hat, gegen Nordkorea zuschlagen zu müssen. Doch was dann? Dann bleibt uns nur zu beten, dass diese ganzen asiatischen Diktatoren zum Bluff neigen und sich aufpusten, in Wirklichkeit aber keine Bomben haben. Und wenn sie Bomben haben, dann gehen sie nicht hoch. Und wenn die Bomben hochgehen, dann fliegen die Trägerraketen nicht. Das wäre sehr gut, zumal man ein solches Geschwür am Leibe der Menschheit wie Nordkorea eins ist, endlich aufbrechen muss, um das Eiter abzulassen.

    Aber ich fürchte, das alles klingt zu schön, um wahr zu sein. Wenn das nordkoreanische Regime aber doch noch etwas draufhat, dann wird in der Region eine Naturkatastrophe nicht zu vermeiden sein, mindestens. Und die wird dann unweigerlich auch unseren Fernen Osten tangieren. Wie heißt es doch gleich: Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

    Tags:
    Meinung, Lösung, Krieg, Innenpolitik, Kim Jong Un, Donald Trump, Nordkorea, USA
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