11:46 26 April 2017
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    Premierminister Dmitri Medwedew

    Medwedew: Giftgasangriff von Idlib war Provokation auch zugunsten der USA

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    Russlands Premierminister Dmitri Medwedew hat die Giftgasattacke in der syrischen Provinz Idlib von Anfang April als große und gut geplante Provokation bezeichnet, die auch der US-Administration in die Hände spielte. Der US-Angriff auf die syrische Basis Schairat trage keineswegs zur Regelung der Syrien-Krise bei.

    „Alles, was in letzter Zeit in Syrien geschah, einschließlich des US-Militärangriffs, trägt keineswegs zur Regelung der Situation bei“, so Medwedew bei am Mittwoch seinem Auftritt vor der Staatduma. „Was ist in dieser Provinz Idlib passiert? Es ist absolut offensichtlich, dass es eine große und gut durchdachte Provokation war, die ihre Früchte auch für die US-Administration hervorbrachte.“

    Was sich da in Wirklichkeit befunden habe, ob ein Chemiewaffenlager oder das alles gar völlig ausgedacht und imitiert worden sei, müsse nun eine kompetente Kommission untersuchen, so Medwedew. „Unsere Aufgabe ist es, alles zu unternehmen, damit diese Kommission ihre Ermittlung durchführen kann.“

    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor mitgeteilt, dass es immer mehr Hinweise darauf gebe, dass die Giftgasattacke in syrischem Idlib inszeniert worden sei.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten Anfang April rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Die USA hatten als Reaktion auf den vermutlichen Giftgasangriff in der Nacht auf den 7. April von Schiffen der US Navy im Mittelmeer aus 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärflugplatz Schairat abgefeuert, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen oder auch nur eine Untersuchung durchzuführen, ob Damaskus schuldig ist. Moskau bezeichnete den Angriff als einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

     

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    Giftgasangriff, Provokation, Syrien-Regelung, Dmitri Medwedew, Idlib, USA
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