01:33 21 September 2017
SNA Radio
    Folgen des US-Raketenangriffes auf den Militärflugplatz Schairat

    Moskau: US-Schlag in Syrien ist Machtdemonstration und reiner Einschüchterungsversuch

    © Sputnik/ Mikhail Voskresenskiy
    Politik
    Zum Kurzlink
    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)
    0 1469501

    Russlands Außenministerium hat den US-Raketenangriff auf den syrischen Militärflugplatz Schairat in der Nacht zum 7. April als Machtdemonstration und Einschüchterungsversuch eingestuft.

    Wie Michail Uljanow, Ressortleiter für Nichtweiterverbreitung und Rüstungskontrolle im russischen Außenministerium, am Donnerstag bei der Sitzung des Exekutivrates der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sagte, „hat diese rechtswidrige Aktion das Ziel verfolgt, Stärke und Einschüchterung vorzuführen, und nicht chemische Waffen zu vernichten, deren Vorhandensein in Syrien bisher noch niemand bewiesen hat“. 

    Zudem bezeichnete Uljanow jegliche Vorwürfe gegen Damaskus als haltlos, da sie sich auf unglaubwürdige Angaben der schon seit Langem diskreditierten syrischen Nichtregierungsorganisation „Weißhelme“ in den sozialen Netzwerken stützten.       

    Zuvor hatte der russische Botschafter bei der OPCW, Alexander Schulgin, bekannt gegeben, dass Russland der Organisation Beweise dafür vorgelegt habe, dass die angebliche Giftgasattacke in der syrischen Provinz Idlib Anfang April inszeniert worden sei.

    Syrische Oppositionskämpfer hatten Anfang April rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

    Die USA hatten als Reaktion auf den vermutlichen Giftgasangriff in der Nacht auf den 7. April von Schiffen der US Navy im Mittelmeer aus 59 Tomahawk-Raketen auf den syrischen Militärflugplatz Schairat abgefeuert, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen oder auch nur eine Untersuchung durchzuführen, ob Damaskus schuldig ist. Moskau bezeichnete den Angriff als einen Verstoß gegen das Völkerrecht.

    Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der OPCW sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis.

    Die Organisation Weißhelme tritt für den Schutz der syrischen Zivilbevölkerung auf und behauptet, politisch neutral zu sein und sich von bewaffneten Handlungen fernzuhalten.

    Themen:
    US-Raketenangriff auf syrische Luftwaffenbasis (93)

    Zum Thema:

    US-Raketenangriff in Syrien war nicht „gründlich“ genug – McCain
    Raketenangriff: USA wollen 20 Prozent der syrischen Luftwaffe vernichtet haben
    Dringlichkeitssitzung von UN-Sicherheitsrat nach US-Raketenangriff in Syrien - VIDEO
    Nach US-Raketenangriff: Syrien stärkt Flugabwehr - Russland hilft
    Tags:
    Giftgasangriff, Raketenangriff, Weißhelme, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Alexander Schulgin, Michail Uljanow, USA, Russland