20:47 21 Juli 2017
SNA Radio
    Generalmajor Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums

    Russisches Militär reagiert auf OPCW-Erklärung zu Sarin-Einsatz in Idlib

    © Sputnik/ Alexander Vilf
    Politik
    Zum Kurzlink
    839951332

    Das russische Verteidigungsministerium hat die Erklärung der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zur Anwendung von Sarin am 4. April im syrischen Chan Scheihun (Provinz Idlib) als übereilt kritisiert. Wie der Sprecher des Ministeriums, Igor Konaschenkow, sagte, lässt die Erklärung „große Fragen“ aufkommen.

    Die voreilige Erklärung des Generaldirektors der OPCW, Ahmet Üzümcü, habe der von ihm geleiteten Organisation „stark geschädigt“, so Konaschenkow.

    Der Sprecher verwies darauf, dass kein Mitarbeiter dieser Organisation bisher Chan Scheihun besucht habe. „Wer hat Proben entnommen und wo und auf welche Weise? Wer war es, der in der OPCW biologische Proben so schnell analysieren konnte, wenn die OPCW-Standardverfahren (…) einen dauernden Untersuchungskomplex vorsehen?“, so Konaschenkow.

    Der Sprecher forderte den OPCW-Chef auf, „baldigst klare Antworten“ auf die aufkommenden Fragen zu geben und unter anderem zu erklären, wieso die „Weißhelme“ in Chan Scheihun keine Schutzmasken trugen, wenn dort tatsächlich Sarin eingesetzt worden sei.

    Wie Reuters am Mittwoch unter Hinweis auf eigene Quellen berichtete, hatte Üzümcü mitgeteilt, ihm lägen Beweise für die Anwendung von Kampfstoff Sarin oder seines Analogons bei der Chemiewaffenattacke in der Provinz Idlib vor. Der OPCW-Chef berief sich dabei auf die Ergebnisse von Laboranalysen, die OPCW-Fachleute nach der Attacke vorgenommen haben sollen.

    Der ständige Vertreter Russlands in der OPCW, Alexander Schulgin, teilte später mit, Russland habe der Organisation etliche Beweise dafür beigebracht, dass der Vorfall künstlich gestellt worden war.

    Zum Thema:

    Auf Wahrheitssuche: Waffenexperte nimmt Giftgas-Angriff in Syrien unter die Lupe
    Putin zu Giftgas-Angriff in Idlib: Moskau beantragt Ermittlung in Den Haag
    Keiner fragt nach Beweisen für Giftgas-Angriff in Syrien – Menschenrechtorganisation
    Syrien: Kreml erklärt, wem der mutmaßliche Giftgas-Angriff in die Karten spielt
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren