01:08 25 November 2017
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    Warum Trumps Generale öfter „Mama, darf ich?“ fragen sollten – NYT

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    US-Präsident Donald Trump (2017) (279)
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    Der frühere US-Präsident Barack Obama hat stets vom Pentagon gefordert, jeden Militärangriff mit ihm persönlich zu besprechen. Sein Nachfolger Donald Trump dagegen lässt hochrangigen Militärs viele Freiheiten, wie die US-Zeitung „The New York Times“ schreibt.

    Die US-Behörden haben am vergangenen Donnerstag mitgeteilt, dass General John Nicholson weder bei Verteidigungsminister James Mattis noch dem Vorsitzenden des Vereinigten Generalstabs Joseph F. Dunford um Erlaubnis gefragt habe, um die gigantische nicht nukleare Bombe GBU-43 in Afghanistan abzuwerfen.

    Laut der NYT ist der General mit dem Angriff nicht nur in den weltweiten Schlagzeilen gelandet, sondern hat auch den Staatschefs Syriens und Nordkoreas „unabsichtlich“ das Signal gegeben hat, dass sie nächstes Ziel der „Mutter aller Bomben“ sein könnten.

    Vor dem Vorfall noch hatte der Oberbefehlshaber der US-Pazifik-Flotte, Admiral Harry Harris, dem Flugzeugträger „Carl Vinson“ befohlen, sich „nach Norden“ zu bewegen. Dabei hatte er wohl nicht beachtet, was für einen Eindruck dieser Befehl hinterlassen könnte. Letztlich aber entstand der Eindruck, als ob der Admiral eine Gruppierung der US-Kriegsmarine zur Konfrontation mit Nordkorea schicke.

    Diese Episoden zeigen laut NYT, dass selbst die erfahrensten Kommandanten nicht immer berücksichtigten, wie groß politische oder strategische Auswirkungen ihrer operativen Entscheidungen sein können.

    „Es gibt viele Entscheidungen, die die leitenden Offiziere täglich selbständig treffen, ohne dabei zu fragen ‚Mama, darf ich?‘“, so der ehemalige hochrangige Pentagon-Mitarbeiter Robert Scher im Gespräch mit NYT. „Aber sie müssen verstehen und berücksichtigen, dass ihre Handlungen einen strategischen Einfluss auf Lebensbereiche haben können, die nun außerhalb ihres Verantwortungsbereiches liegen."

    Wenn noch Präsident Barack Obama im Amt wäre, schreibt die NYT unter Verweis auf derzeitige und ehemalige Pentagon-Mitarbeiter, hätte General Nicholson höchstwahrscheinlich den Bombenangriff erst mit seinen Chefs besprochen. Nicholson hatte zwar die notwendige Ermächtigung zur Bombardierung afghanischer Tunnel. Aber diese hatte ja auch jeder General seines Ranges unter der Obama-Regierung, so NYT.

    Trump habe zuvor klar gemacht, dass er nicht bei jedem Militärangriff konsultiert werden wolle, schreibt das Blatt weiter. Ganz im Gegenteil wolle er, dass die Militärleitung vor Ort mehr Macht bekomme, um schneller den Kampf gegen die Feinde gewinnen zu können. Inzwischen aber kann den Angaben des NYT zufolge diese Methode nur noch mehr Probleme bringen.

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    Tags:
    Militär, Carl Vinson, Mutter aller Bomben, Barack Obama, Harry Harris, James Mattis, Donald Trump, Nordkorea, Syrien, Afghanistan, USA