02:36 25 April 2018
SNA Radio
    Beatrix von Storch und Alexander Gauland bei dem AfD-Bundesparteitag in Köln

    AfD-Parteitag: Ablehnung für Petrys „Zukunftsantrag“ als Zeichen der Spaltung?

    © AFP 2018 / Ina Fassbender
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 621

    Einen Bruch innerhalb der Alternative für Deutschland (AfD) sehen Beobachter, nachdem die Co-Vorsitzende Frauke Petry auf dem Parteitag in Köln mit ihrem „Zukunftsantrag“ gescheitert ist. Die Mehrheit der Delegierten lehnte es am Samstag ab, darüber zu diskutieren. Damit gilt Petrys „realpolitische Linie“ als gescheitert.

    Auf dem 6. Parteitag der AfD in Köln sprach die Co-Parteichefin am Samstag direkt Bundesvorstandsmitglied Alexander Gauland an: „Ich bin mir sicher, einen sachlichen Streit führen zu können.“ Hintergrund ist die interne Debatte um die zukünftige Ausrichtung der Partei. Mit den „Realpolitikern“ und der „Fundamentalopposition“ stehen sich laut Medienberichten innerhalb der AfD zwei innerparteiliche Lager gegenüber.

    "Ich bin mir sicher, mit so einem erfahrenen Politiker wie Alexander Gauland einen sachlich-politischen Streit in der Sache führen zu können", kündigte Petry in ihrer Eröffnungsrede vor den etwa 600 Delegierten an. Dabei blickte sie Gauland, AfD-Bundesvorstand und Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion in Brandenburg, lange an. Sie sagte, es fordere Mut, auch innerparteiliche Machtkämpfe anzusprechen, anzugehen und zu lösen. Zögerlicher Applaus aus dem Publikum folgte.

    Sie bezog sich auf die aktuelle Diskussion um interne Machtkämpfe innerhalb ihrer Partei. Die "Realpolitiker" um Petry streben angeblich Regierungskoalitionen mit CDU oder SPD an. „Wir müssen weiter den Anspruch haben, auch bürgerliche Wählerschichten zu erreichen", so die AfD-Frontfrau in ihrer Eröffnungsrede. „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2021 die AfD zu einer allgemein wählbaren, koalitionsfähigen Partei zu machen.“

    Die „Fundamentaloppositionellen“ um Gauland wollen nicht diesen Weg gehen und nicht mit „System-Parteien“ zusammen regieren.  Nach der Rede von Petry gab es zwar Applaus von allen Anwesenden. Allerdings gab es Standing Ovations  nur von etwa einem Viertel der Teilnehmer. Es war eine sonderbare Szene. Politische Beobachter vor Ort machten darin schon einen sichtbaren Bruch innerhalb der Partei aus.

    Die Diskussion hatte die Co-Vorsitzende der AfD selbst mit ihrem „Zukunftsantrag“ in die Partei und in die Öffentlichkeit gebracht. Petry hatte vor wenigen Tagen ihre Spitzenkandidatur für die bevorstehende Bundestagswahl zurückgezogen.

    Mehr Infos vom Parteitag folgen.

    Alexander Boos

     

     

    Zum Thema:

    Hunderte Demonstranten gegen AfD: Rangeleien mit Polizei - zwei Beamte verletzt
    Köln: AfD-Parteitag und Demos - LIVE-Ticker
    Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Köln - Videoübertragung
    „Zahlreiche Drohungen“: AfD-Sprecher Meuthen appelliert an Steinmeier
    Tags:
    Parteitag, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, Köln, Deutschland