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06:45 23 Juli 2019
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    Mehr als 10.000 bei weitgehend friedlichen Protesten gegen AfD – Politprominenz dabei

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    Weniger Menschen als erwartet protestieren in Köln gegen den Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD). Zudem haben sich im Vorfeld Protest-Bündnisse gestritten, wer neben dem Tagungsort demonstrieren kann. Die Sozialdemokraten vor Ort sind zufrieden und hoffen auf die Landtagswahl am 14. Mai. Ein Bericht.

    Weit weniger als die erwarteten 50.000 Demonstranten kamen am Samstag nach Köln, um gegen den Parteitag der Alternative für Deutschland (AfD) in der Stadt am Rhein zu protestieren. Aufgerufen dazu hatte eine Reihe von Organisationen und Bündnissen wie „Köln stellt sich quer“, „Köln gegen Rechts“, Karnevalsvereine und anderen Gruppen. Nach ersten Schätzungen demonstrierten insgesamt etwa 15.000 Menschen gegen den Parteitag im Maritim Hotel am Kölner Heumarkt.

    Die Stimmung war zeitweise durchaus aufgeheizt, vor allem bei den linken Aktivisten von „Köln gegen Rechts“, die zum Teil als gewaltbereit gelten. Bis auf kleinere Zwischenfälle ist es aber ersten Meldungen zufolge aber weitgehend friedlich geblieben. Die beiden größten Bündnisse „Köln gegen Rechts“ und „Köln stellt sich quer“ hatten sich im Vorfeld einen Kampf darum geliefert, wer auf dem Heumarkt in Sichtweite des Maritim Hotels seine Kundgebungen abhalten darf. Am Ende stand ein Kompromiss und so wechselten sich die Kundgebungen ab. 

    „Köln stellt sich quer“ fuhr unter anderem Politprominenz auf: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sprach zu den Protestierenden, ebenso Cem Özdemir von den Grünen. Trotz der Tatsache, dass weniger Demonstranten kamen als erwartet, zeigte sich Organisatorin und Sprecherin von „Köln stellt sich quer“, Gabriele Hammelrath (SPD), gegenüber Sputnik  zufrieden. „Für Toleranz, für ein friedliches Miteinander, für ein buntes Köln und ein buntes Deutschland und gegen Hetze und Gewalt. Ich glaube, dass unsere Botschaft gehört wurde. Das zeigt sich daran, wie unterschiedlich die Leute sind, die heute gekommen sind: Alte, Junge, Deutsche, Migranten – alle waren da. Ich glaube, das ist ein gutes Signal, was jetzt nach Außen geht.“

    Sozialdemokraten zufrieden und optimistisch

    Die AfD zeichne sich durch Engstirnigkeit, Rückwärtsgewandtheit und streng festgelegte Familienbilder aus. Das sei nicht gut für die deutsche Gesellschaft, so Hammelrath, die für die SPD im Landtag von Nordrhein-Westfalen (NRW) sitzt. „Die Gesellschaft, die wir haben, ist gut. An vielen Stellen kann man noch etwas verbessern, aber wir sind auf dem richtigen Weg, miteinander eine Gesellschaft zu machen und nicht gegeneinander. Das ist das Schlimmste an der AfD: Sie hetzt unterschiedliche Gruppen gegeneinander auf. Und das ist nicht die Art, wie wir zusammenleben wollen.“ 

    Nach Meinung der SPD-Politikerin seien es vor allem Menschen, die sich von der Gesellschaft abgehängt fühlen, die ihr Kreuz bei der AfD machen. „Es sind Menschen, die von ihrem persönlichen Leben enttäuscht sind, es sind Menschen, die sich Sorgen machen. Und die haben auch Recht. Wir haben noch viel zu tun in unseren Städten, gerade in den Großstädten. Das kann Menschen auch Sorgen machen. Aber die Art und Weise der Ausgrenzung, der Abkapselung, des Sichzusammenrottens ist kein guter Weg, und ich glaube, dass die Menschen das auch erkennen werden.“ 

    Im Hinblick auf die NRW-Wahl am 14. Mai äußerte Hammelrath die Hoffnung, dass die SPD wieder stärkste Kraft wird. „Ich glaube, dass es in den letzten Jahren eine gute Politik war, aber auch, dass noch viel zu tun ist. Ich wäre froh, wenn wir weitermachen könnten und das Vertrauen dafür bekämen.“  

    Live aus Köln: Ilona Pfeffer


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    Proteste, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, Köln, Deutschland