04:37 26 September 2018
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    Weißhelme in Syrien

    „Fake News“ für mehr Krieg statt Hilfe für Opfer– Experte kritisiert „Weißhelme“

    © AFP 2018 / Msallam ABDALBASET
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    Die sogenannten Weißen Helme in Syrien werden vor allem von westlichen Medien als Helden dargestellt, die angeblich Opfern des Krieges in dem Land helfen. Doch sie scheinen eher das Gegenteil zu tun: Sie wollen mehr Krieg durch eine Intervention der USA. Darauf macht der schwedische Konfliktforscher Jan Oberg im Sputnik-Gespräch aufmerksam.

    Bei den „Weißhelmen“ handele es sich um eine Organisation, die humanitäre Rettungsaktionen in denen von den sogenannten Rebellen besetzten Gebieten durchführten. Oberg bezeichnet diese Anti-Assad-Kräfte als „RIOTs“: „Ich nenne sie RIOTs – kurz für rebels/insurgents/opposition/terrorist (deutsch: Rebellen/Aufständische/Opposition/Terroristen) – weil sie von all diesen Gruppierungen kommen, welche in der syrischen Opposition vorhanden sind.“ Sie seien keine rein humanitäre Hilfsorganisation und würden „duale Zwecke“ verfolgen, so der Konflikt- und Friedensforscher. Er ist Mitbegründer und Direktor der schwedischen Organisation Transnational Foundation for Peace and Future Research (TFF).

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    Gegenüber Sputnik-Korrespondent Bolle Selke stellte er klar: „Die Weißen Helme waren nie der Syrische Zivilschutz (englisch: Syria Civil Defence – SCD). Den Namen haben sie gestohlen. Seit 1953 gibt es einen Syrischen Zivilschutz, welcher bei der  Internationalen Zivilschutzorganisation (ICDO) registriert ist. Sie haben also den Namen gestohlen und dass sollte jeden sehr skeptisch und neugierig stimmen. Warum sollte eine Organisation, die im Ausland ansässig ist, im Ausland trainiert und finanziert wird, sich selbst ‚Syrischer Zivilschutz‘ nennen?“

    Die „Weißhelme“, benannt nach ihrer prägnanten Kopfbedeckung, seien durch Nato-Länder und Japan finanziert, erinnerte Oberg. „Sie stehen in Beziehung zu einer Marketing- und Public Relations Firma aus den USA namens Purpose. Purpose hat enge Beziehungen mit der Avaaz-Organisation, welche eine sehr aktive Kampagne für eine ‚No-Fly-Zone‘ in Syrien geführt hat.“ Eine solche Flugverbotszone werde aber „der Beginn eine großen Krieges sein“, warnte der Konfliktforscher, „genauso wie wir ihn im Irak – wo ich 2002 und 2003 war – und später in Libyen erleben konnten“. Neben einer möglichen Kriegseskalation sei es auch ein Schritt in Richtung der Besetzung Syriens.

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    Die vermeintliche Hilfsorganisation, ausgezeichnet mit dem Alternativen Nobelpreis, habe „eine unglaubliche Menge an Geld zur Verfügung“, um Videos und Bilder von sich selbst zu machen und um Kampagnen zu führen. „Das ist kein normales Verhalten für eine Rettungsorganisation“, hob Oberg im Interview hervor. Die Männer mit den weißen Helmen dienten zudem als Informanten für westliche Medien. „Wenn man sich ihre Filme und ihr Verhältnis zu beispielsweise Al-Nusra anschaut, fragt man sich schon, warum westliche Medien sich auf eine Gruppe verlassen, die eindeutig mehrere Identitäten hat, von denen einige ziemlich düster sind und die von einem britischen Söldner, James Le Mesurier, gegründet worden ist.“

    Es sei ein neues Phänomen, dass eine Organisation im Namen von humanitärer Hilfe, „die nur sehr wenig eigentliche humanitäre Hilfe – falls überhaupt – leistet und dann als ein Meinungsbildner tätig ist“, als Quelle für die Medien diene.  Die von den „Weißhelmen“ gelieferten Berichte und Geschichten dienten zudem einem politischen Zweck: „Nämlich – und das ist eindeutig niedergeschrieben – gegen die Vereinten Nationen, gegen Russland, gegen Assad, gegen den Iran und für einen vollständigen Krieg durch den Westen auf syrischem Boden.“ Oberg bezeichnete das als „sehr inkompatibel“  mit dem Aufgabenbereich von humanitären Hilfsorganisationen.

    Obergs Analyse zu den „Weißhelmen“ online.

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    Al Nusra-Front, Weißhelme, Jan Oberg, USA, Syrien