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11:38 15 Oktober 2019
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    Alice Weidel, Unternehmensberaterin und AfD-Finanzexpertin

    Neue AfD-Spitzenfrau Alice Weidel: "Mir geht es hervorragend" – Sputnik EXKLUSIV

    © Sputnik / Ilona Pfeffer
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    Alice Weidel, Unternehmensberaterin und AfD-Finanzexpertin, startet nun gemeinsam mit AfD-Bundesvize Alexander Gauland in die heiße Phase des Bundestags-Wahlkampfes. Sputnik hat die neue Spitzenfrau am Sonntag kurz nach ihrer Ernennung beim Parteitag in Köln interviewt.

    Frau Dr. Weidel, Sie sind jetzt zur Spitzenkandidatin Ihrer Partei zum Bundestagswahlkampf ernannt wurden. Wie geht es Ihnen?

    Mir geht es hervorragend. Die Partei hat entschieden. Es war ein hocherfolgreicher Parteitag. Wir haben ein Wahlprogramm beschlossen. Wir haben ein Spitzenduo gewählt, bestehend aus Herrn Gauland und mir selbst. Damit können wir sehr, sehr zufrieden sein.

    Alice Weidel, Unternehmensberaterin und AfD-Finanzexpertin, und AfD-Bundesvize Alexander Gauland
    © Sputnik / Ilona Pfeffer
    Alice Weidel, Unternehmensberaterin und AfD-Finanzexpertin, und AfD-Bundesvize Alexander Gauland

    Wie wird jetzt die Zusammenarbeit mit Herrn Gauland aussehen?

    Eigentlich so wie bisher. Wir beide sind ja schon länger in der Öffentlichkeit aktiv. Für mich wird sich nicht so viel ändern. Ich habe und hatte überall ohnehin schon Wahlkampftermine. Wie  viele Wahlkampftermine Herr Gauland hat, weiß ich nicht.

    Die Parteispitzen Jörg Meuthen und Herr Gauland haben gesagt, dass jetzt die "Querelen" innerhalb der Partei aufhören müssen und man "natürlich" auch Frauke Petry in den Wahlkampf mit einbeziehen müsse. Wie ist denn Ihre Meinung zur derzeitigen Situation?

    Ja, das ist absolut richtig. Frauke Petry ist die erste Bundesvorsitzende dieser Partei. Sie spielt eine elementare Rolle auch im Wahlkampf. Sie hat die Entscheidung aus ihrer privaten Situation abgeleitet. Das sei ihr auch mal zugestanden, dass Sie einen Seitenschritt macht. Sie bleibt unsere erste Bundesvorsitzende und das ist auch sehr gut so.

    Ist es richtig, dass Sie den währungs- und finanzpolitischen Teil des neuen AfD-Wahlprogramms mit ausgearbeitet haben?

    Ja. Ich leite seit Ende 2014 den finanzpolitischen Ausschuss. Ich bin maßgeblich mit einem schlagkräftigen Team verantwortlich für die Euro-, Währungs- und Bargeldpositionierung, aber auch für die Finanzfragen der Gesamtpartei.

    Die AfD sieht laut ihrem Wahlprogramm bereits den "Untergang des Euro" voraus und plädiert für die Einführung einer neuen, nationalen Währung. Eventuell unter dem alten Namen "Deutsche Mark". Gibt es da schon konkrete Pläne? Wie kann man eine solche Währung einführen?

    Das ist verhältnismäßig einfach. Wenn die Stark-Währungsländer zuerst austreten. Der Euro ist bereits gescheitert. Wir haben eine Euro-Rettungsarchitektur unter Bruch europäischer Verträge. Eine Niedrigzinspolitik einer EZB, die gegen ihr Mandat verstößt, wie in den europäischen Verträgen festgehalten. Es gibt ein 'Bail-Out-Verbot'. Kein Staat innerhalb der Euro-Zone darf für die Verbindlichkeiten eines anderen Staates aufkommen. So ist es festgehalten im Vertrag von Maastricht. Dann haben wir eine EZB, die Staatsfinanzierung betreibt. Das dürfen Notenbanken überhaupt gar nicht. Wir haben monatlich eine Finanzaufblähung von mittlerweile 80 Milliarden Euro und eine Nullzins-, bald Negativzinspolitik durch die EZB, die uns alle enteignet, vor allem die Sparer und Rentner. Und deswegen dürften Notenbanken das nicht machen.

    Interview: Alexander Boos

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    Tags:
    Euro, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Europäische Zentralbank (EZB), Alice Weidel, Frauke Petry, Alexander Gauland, Deutschland