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20:09 22 Juli 2019
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    Anti-islamische Demo in Dresden

    Antisemitismus in Europa von Hass gegen Muslime abgelöst – Kantor-Zentrum

    © REUTERS / Hannibal Hanschke
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    Europas Flüchtlingsdeals (141)
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    Der Zustrom muslimischer Flüchtlinge nach Europa hat die Aufmerksamkeit rechtsradikaler Kräfte auf sich gezogen, weshalb die Zahl antisemitischer Vorfälle zurückgegangen ist. Das geht aus einem Bericht des Kantor-Zentrums in Tel Aviv hervor, in dem Angaben aus dem Jahr 2016 zusammengefasst sind.

    „Die Migrantenwellen in Europa haben die Aufmerksamkeit der rechtsradikalen Kräfte von den jüdischen Diasporagemeinden gelenkt (…) Die Angst vor einer zunehmenden Zahl an Terroranschlägen hat es ermöglicht, Mitgefühl gegenüber den jüdischen Diasporagemeinden und Israel zu zeigen (…) Indes ist die Zahl der Angriffe auf die Wohnorte von Muslimen in Deutschland auf das Dreifache gestiegen (rund 3.000 im Jahr 2016)“, heißt es im Bericht.

    Wie der Ratsvorsitzende des Kantor-Zentrums, Arie Zuckerman, sagte, gehören die Juden trotz alledem weiterhin zu einer „Risikogruppe“ und können ebenfalls Ziel von Angriffen sein.

    Laut Zuckerman ist die Zahl antisemitischer Angriffe in Frankreich, Belgien und den Benelux-Ländern deutlich zurückgegangen. Dies sei vor allem auf die Sicherheitsmaßnahmen zurückzuführen, die zum Schutz der Synagogen und jüdischen Schulen eingeleitet worden seien, so der Experte.

    Wie der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Wjatscheslaw Mosche Kantor, betonte, hat der Zustrom von Immigranten nach Europa außerdem zur Verstärkung rechtsextremer und neonazistischer Bewegungen geführt. „Dies manifestiert sich in Gewalt gegen alle Minderheiten, darunter auch gegen Juden“, so Kantor.

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