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04:28 19 September 2019
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    CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer

    Seehofer macht doch noch nicht Schluss

    © AP Photo / Matthias Schrader
    Politik
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    Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer will auch nach 2018 weitermachen: In einer Vorstandssitzung am Montag in München hat der 67-Jährige offiziell angekündigt, für beide Ämter erneut kandidieren zu wollen – und das entgegen seiner mehrfachen Ansagen, sich bis dahin von der großen Politik zu verabschieden.

    Wie n-tv unter Verweis auf mehrere Teilnehmer berichtet, äußerte Seehofer, er habe sehr viel Freude an beiden Ämtern. Engen Parteifreunden habe er seinen Plan schon am Wochenende verraten. Die Parteispitze soll begeistert sein: Intern sei die weitere Kandidatur Seehofers schon lange erwartet worden, so das Portal.

    CSU-Vize Manfred Weber lobte als erster Spitzenpolitiker die Entscheidung des bayerischen Ministerpräsidenten öffentlich: „Ich finde es gut, dass er weitermacht“, so der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament. „Ich bin überzeugt, dass die Basis und die Bevölkerung das auch so sieht.“

    Ebenso der bayerische Finanzminister Markus Söder zeigte sich zufrieden: „Ich finde es gut, dass wir jetzt dann Klarheit haben. Wenn der Ministerpräsident und Parteivorsitzende weitermacht, hat er meine ehrliche Unterstützung.“

    Betrugsverdacht

    Innerhalb der CDU sollen die Pläne des CSU-Chefs jedoch mit zwiespältigen Gefühlen aufgefasst worden sein. Einerseits spiele er vor dem Hintergrund der bevorstehenden Bundestagswahl eine große Rolle dabei, viele konservative Wähler an die Partei zu binden bzw. nicht an die AfD zu verlieren, heißt es aus dem Präsidium. Andererseits seien die Angriffe aus München angesichts der Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel in den letzten Monaten noch nicht vergessen.

    Auch aus den Reihen der SPD kam Kritik.

    „Der CSU-Wahlbetrug ist programmiert: Herr Seehofer spricht seit Jahren von nichts anderem als vom Aufhören; wer öffentlich die eigene Amtsmüdigkeit so glaubwürdig inszeniert, wird nie und nimmer für eine volle Legislatur bis 2023 in der Politik bleiben“, so der SPD-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Markus Rinderspacher.

    Herrmann geht ins Rennen

    Bei der Vorstandssitzung einigte sich laut dpa die CSU-Parteispitze auf Vorschlag Seehofers darauf, den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann zum Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl zu machen. Die CSU wolle den 60-Jährigen bei einem Wahlerfolg der Union im Herbst zum Bundesinnenminister. Auf Platz zwei soll Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt folgen. Die offizielle Landesliste soll erst Anfang Mai auf einer Aufstellungsversammlung beschlossen werden.

    Horst Seehofer ist seit 2008 CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident. Der nächste Parteitag, auf dem die gesamte CSU-Führung neu gewählt wird, ist für Herbst angesetzt. Bei der Landtagswahl im Herbst 2018 will Seehofer nun auch für eine dritte Amtszeit als Ministerpräsident kandidieren. Vor der Landtagswahl 2013 und auch später hatte er allerdings mehrfach angekündigt, 2018 definitiv mit der großen Politik aufzuhören.

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    Tags:
    Kandidatur, Landtagswahlen, Bundestagswahl, Partei Alternative für Deutschland (AfD), CDU, CSU, SPD, Markus Söder, Manfred Weber, Horst Seehofer, Bayern, Deutschland