11:55 03 April 2020
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    Der ukrainische Inlandsgeheimdienst (SBU) hat einer russischen Sängerin die Einreise ins Land verwehrt und in seinem offiziellen Twitter-Account dazu auch noch ein Foto von ihr veröffentlicht, das ein Malheur während eines Live-Auftritts zeigt. Dabei wollte die Frau lediglich ihre kranke Tochter besuchen, berichten russische Medien.

    Der Inlandsgeheimdienst der Ukraine hat der russischen Sängerin Lolita Miljawskaja die Einreise verboten und sie am Sonntag in der ukrainischen Stadt Konotop aus einem Zug hinausgeschmissen. Dabei habe die 54-Jährige lediglich ihre in Kiew lebende Tochter besuchen wollen, die derzeit krank sei, berichten russische Medien. Grund für das Einreiseverbot — ein 2015 absolvierter Auftritt auf der Schwarzmeerhalbinsel Krim.

    Nun darf die gebürtige Ukrainerin, die seit 1985 in Moskau lebt und die russische Staatsangehörigkeit besitzt, sich drei ganze Jahre nicht in der Ukraine blicken lassen. Im Grunde ist diese Maßnahme ja nicht verwunderlich, da sich nach dem Einreiseverbot für die russische ESC-Kandidatin Julia Samoilowa diesbezüglich schon fast ein Trend abzeichnete.

    Doch dabei blieb es ja nicht: Diesmal wollte der SBU offenbar auch noch etwas Humor zeigen: In ihrem Twitter-Account veröffentlichte die Behörde ein Foto, wo die Oberweite von Miljawskaja einseitig zum Vorschein gekommen war. „Du hast hier nichts verloren“ – ungefähr so lässt sich eine ukrainische Aufschrift auf dem Bild übersetzen.

    In den sozialen Netzwerken sorgte der Beitrag für heftige Kritik.

    ​„Cool. Eine solide Behörde in einem soliden Staat. Wie in einem Schweinestall“, kommentiert den Tweet der bekannte ukrainische Medienexperte und Kiew-Kritiker Anatolij Scharij.

    „Ist das der Account eines europäischen Inlandsgeheimdienstes? Seid ihr überhaupt bei Sinnen? Mit Europa hat das sicherlich nichts zu tun“, schreibt der User „Iwan Iwanowitsch“.

    „Für eine Staatsbehörde, die sich respektiert, ist das ein unwürdiger Inhalt. Kein Geschmack, keine Würde, kein Humor in diesem Bild zu erkennen“, so ein anderer User auf Ukrainisch.

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    Tags:
    Ukrainischer Sicherheitsdienst SBU, Eurovision Song Contest (ESC), Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Kiew, Ukraine