13:05 24 November 2020
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    Der Zentralratsvorsitzende der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich dafür ausgesprochen, antisemitische Einstellungen zu einem zentralen Thema in den Integrationskursen für Flüchtlinge zu machen, berichtet die Nachrichtenseite „The Local“ am Montag.

    Schuster zufolge kommen viele Asylbewerber aus Ländern, in denen der Hass auf Juden und Israel geschürt werde. Nach Meinung des Zentralratsvorsitzenden wäre es sinnvoll, dass die Kursteilnehmer eine KZ-Gedenkstätte oder das jüdische Museum in Berlin besuchen.

    „Wer aber glaubt, die Integration könne innerhalb von zwei Jahren gelingen, der irrt“, sagte Schuster mit Blick auf die Integration der jüdischen Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren. „Eine vollständige Integration dauert eine, wenn nicht sogar zwei Generationen“, fügte Schuster hinzu.

    Deutschland ist am stärksten von der Migrationskrise betroffen, die 2015 in Europa ausgebrochen war. Innerhalb eines Jahres sind mehr als eine Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Nach DW-Angaben ist die Zahl der neu erfassten Zuwanderer im Jahr 2016 auf mehrere Hunderttausend zurückgegangen.

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