07:12 22 Juli 2018
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    AfD-Bundesparteitag in Köln, 22. April 2017

    AfAfD? – Alternativen für Alternative für Deutschland nach Vermietungsstopp

    © REUTERS / Wolfgang Rattay
    Politik
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    Die Hotelkette „Maritim“ will der Alternative für Deutschland (AfD) künftig keine Räumlichkeiten mehr anbieten. Laut dem Kölner „Express“ hat die Partei dort gar Hausverbot.

    Die AfD habe also in allen 33 deutschen „Maritim“-Hotels Hausverbot, sagte der Direktor des Kölner „Maritims“, in dem der AfD-Partei am Wochenende stattfand, gegenüber dem „Express“.

    Nur: Die „Welt“ berichtet indes, beim „Maritim“ reagiere man auf diese Meldung empört und fühle sich falsch verstanden. Die Zeitung zitiert eine Sprecherin: „Gegen die AfD gab und gibt es kein Hausverbot.“

    Stattdessen herrsche einfach ein Vermietungsstopp.

    Das „Maritim“ soll schon im Februar beschlossen haben, keine Räumlichkeiten mehr an die AfD zu vermieten. Das hängt offenbar mit dem Thüringer Landesvorsitzenden der AfD, Björn Höcke, zusammen, der mit seiner Aussage über das Holocaust-Mahnmal in Berlin für einen gewaltigen Skandal sorgte. Dieser habe seitdem nämlich in allen 33 deutschen Hotels der Kette Hausverbot. Er nahm aus diesem Grund auch nicht am jüngsten Parteitag in Köln teil.

    Der Vermietungsstopp gelte allerdings nur für künftige Verträge. So konnte der Parteitag am Wochenende trotz der neuen Anordnung stattfinden.

    „Da der Vertrag für die Veranstaltung bereits im Frühjahr 2016 geschlossen wurde, war ein Zurücktreten seitens des,Maritims‘ nicht möglich“, so der Geschäftsführer des „Maritims“, Gerd Prochaska.

    Zwar hätte man kostenlos vom Vertrag zurücktreten können, doch habe man das Angebot nicht annehmen wollen, hieß es.

    Verwunderung bei der Konkurrenz

    Bei der Konkurrenz wundert man sich offenbar über die Entscheidung der Hotelkette. Schon rein technisch sei der Vorgang ungewöhnlich, heißt es.

    „Grundsätzlich entscheiden unsere Hoteldirektoren eigenständig, an wen sie Räumlichkeiten vermieten und an wen nicht“, zitiert die „Welt“ eine Sprecherin der Hotelgruppe „Best Western“, die ebenso Räume für Großveranstaltungen vermietet.

    Die AfD muss sich also wohl um andere Räumlichkeiten umsehen. Ausweichmöglichkeiten sollte es jedoch genügend geben. Auch die deutschen „NH“- und „Hilton“-Hotels haben der Zeitung zufolge kein Verbot für Veranstaltungen der Partei erteilt.

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    Tags:
    Hausverbot, stoppen, Hotel, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Björn Höcke, Köln, Deutschland
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