18:17 18 Oktober 2018
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    Kampfjets der türkischen Luftwaffe

    Türkische Angriffe auf Kurden in Syrien und Irak von US-Koalition abgesegnet – PYD

    © AP Photo / Selcan Hacaoglu
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    Bei den Angriffen der türkischen Luftwaffe auf Kurdenstellungen im Norden Syriens und des Irak sind am Dienstag nach Angaben aus verschiedenen Quellen mindestens 20 Menschen getötet worden, darunter auch Zivilisten.

    Wie der Chef der syrischen Kurdenpartei PYD, Salih Muslim, gegenüber Sputnik Türkiye mitteilte, hatten die türkischen Kampfjets vier Dörfer im Raum von Karaçok und Umgebung angegriffen und dabei auch Zivilisten getötet. Auch im Norden des Irak sollen Zivilisten unter den Angriffen der türkischen Luftwaffe gelitten haben.

    „Zwar nehmen die türkischen Soldaten die Siedlungen in dieser Region stets von den Panzern und Haubitzen aus unter Beschuss, den Angriff eines derartigen Ausmaßes haben wir jedoch nicht erwartet. An der Luftattacke der türkischen Luftwaffe nahmen 26 Kampfjets teil“, sagte Muslim.

    © Sputnik . TSK
    Luftangriff

    Dabei betonte der PYD-Chef, dass Ankaras Kampfjets ohne Kenntnis und entsprechender Billigung der Koalitionskräfte mit den USA an der Spitze kaum in die Luft steigen und diese Operation hätten durchführen können.

    „Ohne Zustimmung der Koalition hätte die Türkei eine derartige Operation nicht durchführen können, ihre Jets hätten erst gar nicht abheben können“, so Muslim. Nun müsse die Koalition eine offizielle Erklärung machen und sagen, ob sie von dem geplanten Schlag gewusst habe. „Sie muss diesen Schritt kommentieren und bewerten“, forderte der PYD-Chef.

    Er unterstrich ferner, dass die jüngsten Luftschläge der Türkei nun den Lauf der Operation zur Befreiung von Rakka unter dem Titel „Zorn des Euphrat“, die die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), denen die kurdischen YPG-Einheiten angehören, unter Unterstützung der US-Koalition durchführen, negativ beeinflussen würden. „Deren Fortsetzung kann gefährdet sein“, so Muslim abschließend.

    Der türkische Generalstab bestätigte am Dienstag die Versetzung der Luftschläge auf die Positionen der syrischen Kurden auf den Stützpunkt in den Bergen Karaçok nahe der Stadt al-Malikiya sowie auf die Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Norden des Iraks im Raum von Sindschar.

    General der türkischen Streitkräfte, Hulusi Akar, bei der Sitzung des türkischen Generalstabs vor den Luftschlägen auf Kurdenstellungen in Syrien und im Irak
    © Foto : TSK
    General der türkischen Streitkräfte, Hulusi Akar, bei der Sitzung des türkischen Generalstabs vor den Luftschlägen auf Kurdenstellungen in Syrien und im Irak

    Der Angriff zielte laut den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien auf eine Basis, die „Medien- und Kommunikationszentren und einige militärische Einrichtungen“ beherberge. Dabei seien Kämpfer getötet und verletzt worden. Im Irak kamen nach Angaben des Mediazentrums der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) fünf kurdische Oppositionskämpfer ums Leben, neun weiter sollen Verletzungen erlitten haben.

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    Tags:
    Kampfjets, Unterstützung, Operation, Luftangriffe, Befreiung, Kurden, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Kurdenpartei PYD, US-Koalition, Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Salih Muslim, Rakka, Türkei, Syrien, Irak