16:35 22 Juli 2018
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    Bauarbeiten auf der Nago-Insel

    Japan: Aufschüttung vor Küste für Umzug einer US-Marinebasis eingeleitet – Medien

    © AFP 2018 / Jiji Press
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    Die japanische Verteidigungsbehörde hat am Dienstagmorgen in der Stadt Naha in der Präfektur Okinawa mit den Arbeiten zur Aufschüttung von Land vor der Küste des Stadtbezirks Henoko begonnen, wohin der bisherige US-Marinestützpunkt Futenma umziehen soll. Dies teilt am Dienstag die japanische Agentur Kyodo mit.

    Japans Verteidigungsministerin Tomomi Inada hat den Start dieser Arbeiten demnach bereits „als ersten realen Schritt zur Übergabe des Flugfeldes (der US-Basis Futenma an die Lokalbehörden – Anm. d. Red.) bezeichnet, auf die so viele Menschen warten“.

    Bei diesen Aufschüttungsarbeiten vor der Küste sollen Beton und Erde zum Einsatz kommen. Dies werde eine Rückkehr dieser Küstenbereiche in ihren heutigen Zustand praktisch unmöglich machen.

    Der Gouverneur der Präfektur Okinawa, Takeshi Onaga, habe erklärt, vor Gericht dagegen klagen zu wollen, da die Verteidigungsbehörde keine Genehmigung besitze, das Relief des Meeresgrundes zu verändern.

    Die Aufschüttung im Küstenbereich war laut der Agentur wegen des langen Rechtsstreits zwischen dem Staat und den Präfektur-Behörden gestoppt worden. Das Oberste Gericht bereitete ihm Ende des vergangenen Jahres ein Ende, indem es das von den Okinawa-Behörden verhängte Bauverbot für die US-Marinebasis im Raum Henoko der Stadt Naha aufhob.

    Laut der im Jahr 2013 unterzeichneten  zweiseitigen Vereinbarung soll die Übergabe des bisherigen US-Stützpunktes Futenma an die Präfektur von Okinawa „im Jahr 2022 oder etwas später“ erfolgen. Hierfür müsse sie aber aus der Stadt Ginowan in Okinawa nach Henoko in derselben Präfektur verlegt werden. Sollten die Behörden der Präfektur den Staat erneut verklagen, so müsste der Umzug dieses Stützpunktes verschoben werden.

    Die bisherige US-Basis Futenma an der Küste von Okinawa gilt wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu Wohnvierteln als die gefährlichste in der Welt. Laut einem 2006 zwischen den USA und Japan unterzeichneten Abkommen soll Futenma nach Henoko umziehen. Dazu sollen rund 147 Hektar Flachwasser im Küstenbereich zugeschüttet werden, wodurch Korallenriffe beeinträchtigt werden. Diese Tatsache weckte Proteste unter der einheimischen Bevölkerung und Umweltschützern. Zudem würde die Verlegung der Basis die ohnehin schon enorme Belastung mit US-Militärstützpunkten auf Okinawa nicht abbauen, meint die Ortsbevölkerung, denn in Okinawa, das nur 0,6 Prozent der Fläche Japans einnimmt, sind 74 Prozent aller US-Stützpunkte im Land konzentriert.

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    Tags:
    Militärbasis, Fortsetzung, Bauarbeiten, Okinawa, USA, Japan
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