21:15 15 August 2018
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    Der chinesische Flugzeugträger „Liaoning“ beim Stapellauf

    Neuer Flugzeugträger soll Chinas Marine gegenüber US-Navy stärken

    © REUTERS / /Xinhua/Li Gang
    Politik
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    Der Stapellauf des zweiten chinesischen Flugzeugträgers hat in einer unruhigen internationalen Situation stattgefunden. Ein US-Marineverband übt mit den Japanern. Kommentatoren vermuten, dass die USA das Thema Nordkorea instrumentalisieren, um China unter Druck zu setzen. Sowohl Peking als auch Washington wollen ihre Kriegsflotten aufstocken.

    „Inzwischen haben die Chinesen ihre Rüstungsindustrie wesentlich modernisiert. Diese hatte ursprünglich auf dem Klonen sowjetischer Vorbilder basiert. Doch nun kamen die Chinesen, wie die behaupten, weiter. Sie haben ein sehr ambitioniertes Programm. Zum Jahr 2021 wollen sie ihren dritten Flugzeugträger bauen – komplett aus eigener Produktion. Dann werden Chinas Möglichkeiten zur ‚Machtprojektion‘ entsprechend zunehmen“, sagte der russische  Asien-Experte Wladimir Kolotow, Professor an der Staatsuniversität St. Petersburg, in einem Gespräch mit Sputnik.

    VIDEO: Chinas erster eigener Flugzeugträger beim Stapellauf

    Zuvor am Mittwoch war Chinas zweiter Flugzeugträger in Dalian vom Stapel gelaufen, wie die Agentur Xinhua meldete. Er stammt aus eigener Produktion – im Gegensatz zum ersten chinesischen Flugzeugträger „Liaoning“, der einst in der Sowjetunion gebaut worden war. Kolotow erläuterte, die „Liaoning“ komme vor allem für Trainingszwecke zum Einsatz. Der neue Flugzeugträger sei dagegen völlig auf Kampfeinsätze zugeschnitten.

    Der Stapellauf erfolgte angesichts der neuen Spannungen im Asien-Pazifik-Raum, die auf die Nordkorea-Krise zurückgehen. In der Region hält sich ein US-Marineverband mit dem Flugzeugträger „Carl Vinson“ an der Spitze auf. Diese Kriegsschiffe üben derzeit gemeinsam mit japanischen Zerstörern.

    Nach diesen Übungen verlässt die amerikanische Flugzeugträger-Kampfgruppe nicht gleich die Region. Demnächst soll ihr gemeinsames Manöver mit den südkoreanischen Streitkräften stattfinden. In dieses Meeresgebiet war die „Carl Vinson“ nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests entsandt worden.

    Wie die russische Onlinezeitung vz.ru vermutet, schürt Donald Trump die Spannungen um Nordkorea absichtlich, um vor allem die Beziehungen mit China zu beeinflussen: „Um Peking unter Druck zu setzen, wählte er das koreanische Thema aus, indem er bluffte und Pjöngjang drohte.“

    Generell will Trump laut vz.ru die Gesamtzahl der US-Kriegsschiffe binnen 30 Jahren um einige Dutzend auf 350 erhöhen: „Der angenommene Gegner ist nun nicht die Sowjetunion wie einst, sondern China. Wie effizient wäre eine solche Strategie allerdings unter den aktuellen Verhältnissen? Besonders mit Blick darauf, dass China auf Waffen setzt, die in der Lage wären, die US-Flotte und vor allem deren Kern, die Flugzeugträger-Kampfgruppen, zu neutralisieren.“  

    Vz.ru schreibt, die Kriegsmarine mache einen besonderen Schwerpunkt bei den ständig zunehmenden chinesischen Militärausgaben aus. China wolle in den nächsten die Zahl seiner Flugzeugträger auf fünf erhöhen und baue auch U-Boote aktiv. Die Amerikaner beunruhige auch die chinesische ballistische Anti-Schiff-Rakete DF-21D, die als „Flugzeugträger-Killer“ gelte und in der letzten Testphase befinde.

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    Tags:
    Aussichten, Gefahr, Stapellauf, Flugzeugträger, Liaoning, US-Navy, USA, China
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