15:22 29 März 2020
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    Eingefrorener Donbass-Konflikt (2016) (142)
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    Die Ukraine bereitet sich auf die „zweite Etappe" der Handelsblockade des Donbass vor. Das berichtete der Rada-Abgeordnete Semjon Sementschenko auf Facebook, wie die Donezker Webseite "Nowosti Donezkoi Respubliki" vermeldet.

    Im Vorfeld einer Online-Konferenz teilte Semenschenko mit, er wolle „viele neue Informationen“ an die Ukrainer übermitteln, und zwar darüber informieren, welche Warengruppen aus Russland in erster Linie blockiert und welche Betriebe, die Oligarchen gehören, in erster Linie beschlagnahmt würden, was mit russischen Betrieben in der Ukraine gemacht werden solle und ob eine gewalttätige Konfrontation während der zweiten Blockadephase zu erwarten sei. 

    Indes bewerten Experten die Folgen der Energieblockade des von der Volkswehr kontrollierten Territoriums des Gebietes Lugansk. Wie die ukrainische Agentur UNN meldet, sei die Stromabschaltung in der Region wirtschaftlich begründet. Laut dem Energieexperten Sergej Djatschenko hat die genannte Region „die Stromversorgung nicht bezahlt und Riesenschulden angesammelt“. Dabei bräuchten ukrainische Kraftwerke Geldmittel für den Kauf von Brennstoffen, so Djatschenko.

    Ukraine schneidet Lugansk von Stromnetz ab (Symbolbild)
    © Sputnik / Alexey Danitschjew
    Wie ein weiterer Experte, Valentin Semljanski, gegenüber UNN sagte, handelt es sich beim Abschalten der selbsterklärten Lugansker Volksrepublik vom Stromnetz um „eine rein politische Entscheidung, die in wirtschaftlicher Hinsicht keine Ergebnisse bringen kann“.

    Zuvor sagte der amtierende Chef des ukrainischen Energieversorgers Ukrenergo, Wsewolod Kowaltschuk, die Ukraine stelle die Versorgung der selbsterklärten Donezker Volksrepublik mit Strom bis zum Abschluss der Bauarbeiten für eine neue Energie-Übertragungsleitung nicht ein. Erst danach werde darüber entschieden, ob „die Stromzufuhr in einzelnen Bezirken des Gebietes Donezk verlängert wird oder nicht“.

    Russland hat derweil die Lieferung von Strom in den Donbass aufgenommen. Die diesbezügliche Entscheidung war laut dem russischen Beauftragten in der Ukraine-Kontaktgruppe, Boris Gryslow, „im Rahmen einer humanitären Unterstützung“ getroffen worden.

    „Aufgrund der bewussten Wirtschaftsblockade vonseiten der Ukraine haben die Donbass-Bewohner keine Möglichkeit, den Strom zu bezahlen“, so Gryslow.

    Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bezeichnete „die Stromsperre für das Gebiet Lugansk als einen weiteren Schritt auf dem Weg des Abstoßens von Territorien seitens der Ukraine“.

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