10:02 25 September 2018
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    Anti-Terror-Technik: So hätte die Nato Leben retten können – russischer Botschafter

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    Die Zusammenarbeit von Nato und Russland zur Terrorismusbekämpfung liegt auf Eis. Dies hält Russlands Nato-Botschafter Alexander Gruschko für einen Fehler, denn das gemeinsame STANDEX-Projekt zur Fernerkennung von Sprengstoffe hätte auch Anschläge in St. Petersburg und der EU verhindern können, wie die russische Zeitung „Iswestija“ schreibt.

    STANDEX ist eine Technologie, die russische Experten in Kooperation mit der Nato entwickelt haben, so das Blatt. Dieses System sei einmalig auf der Welt. Es ist für Fernerkennung von Sprengstoffen in Echtzeit bestimmt, die von Selbstmordattentätern getragen werden, hieß es. STANDEX war erfolgreich im Jahr 2013 getestet worden, aber im April 2014 hatte die Nato einseitig die Zusammenarbeit mit Russland gestoppt.

    „Das System wurde vor allem für den Schutz von Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Objekten kritischer Infrastruktur, in Orten mit Massenansammlungen erstellt“, so Gruschko. „Wenn man in Gedanken Tragödien von St. Petersburg, Brüssel und anderen Städten reproduziert, begreift man das Ausmaß der Schädlichkeit dieser Entscheidung. Es geht um gerettete und nicht gerettete Leben.“

    Die Entscheidung, die Zusammenarbeit im Bereich der gemeinsamen Interessen zu stoppen, sei kontraproduktiv. Die Nato untergrabe nicht nur die europäische Sicherheit, sondern beeinträchtige erheblich auch die Sicherheit seiner eigenen Bürger.

    Der Pressedienst der Nato soll der Zeitung gesagt haben, dass die Zukunft der Beziehungen der Allianz mit Russland von klaren und konstruktiven Änderungen im russischen Vorgehen abhänge – und zwar „in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht und internationalen Verpflichtungen“.

    Zuvor war berichtet worden, dass eine Bombe am 3. April in St. Petersburg auf der Strecke zwischen den U-Bahn-Stationen „Sennaja Ploschtschad“ und „Technologisches Institut“ detoniert war. 16 Menschen starben, darunter auch der Attentäter. Noch eine Bombe konnte in der Station „Ploschtschad Wosstanija“ entschärft werden. In dieser Woche hat Reuters gemeldet, dass der Selbstmordattentäter Akbarschon Dschalilow auf Befehl von Al-Qaida-Anführer Aiman al Zawahiri gehandelt hatte.

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    Selbstmordattentäter, Sprengstoff, Terrorbekämpfung, NATO, Alexander Gruschko, Brüssel, Russland, St. Petersburg