16:23 24 Juni 2019
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    Chinas Marine-Aufrüstung: „Ziel ist kein Konflikt mit Russland, sondern…“

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    Politik
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    Nach dem Stapellauf des zweiten chinesischen Flugzeugträgers beschäftigen sich russische Militärexperten mit möglichen geopolitischen Konsequenzen. Was will China mit seinem Aufstieg als Seemacht erreichen?

    „Dies wird zweifelsohne die Kräftebilanz in der Region ändern, denn der chinesische Flugzeugträger ist ein vollwertiges Kriegsschiff, das mit modernen elektronischen Geräten und Flugzeugen ausgerüstet werden soll“, sagte der russische Marineexperte Konstantin Siwkow der Agentur RIA Novosti.

    Mit zwei Flugzeugträgern wird sich China laut Siwkow nicht begnügen: „Das ist nur der Anfang. Der dritte Rumpf ist schon auf Kiel gelegt, der Stapellauf soll in etwa eineinhalb bis zwei Jahren stattfinden. Dann sollen der vierte, der fünfte und der sechste Flugzeugträger kommen. Danach wird China in der Lage sein, mit den Vereinigten Staaten richtig zu konkurrieren.“

    Wie der Experte erläuterte, richtet sich dieses chinesische Projekt nicht gegen Russland: „Flugzeugträger zu bauen, ist sehr teuer. Für einen Krieg gegen Russland wären sie allerdings nicht nötig, denn sie würden ineffizient sein. Mit der Serie dieser Flugzeugträger demonstriert China deshalb eindeutig und in der Praxis, dass sein Ziel nicht in einem Konflikt mit Russland besteht, sondern darin, sich den USA entgegenzusetzen.“

    „China ist in der Lage, nicht nur einen Flugzeugträger zu bauen, sondern auch eine komplette Flugzeugträger-Kampfgruppe aufzustellen. China wird also zu einer vollwertigen Seemacht“, unterstrich Siwkow.

    Der TV-Sender Swesda zitierte den russischen Militärexperten Alexander Manatschinski mit den Worten: „Chinas Küste erstreckt sich von Nordkorea im Norden bis hin zum Vietnam im Süden. Daran befinden sich 677 große Häfen, 24 Marinebasen und —standorte. China wird vom Gelben, dem Ostchinesischen und dem Südchinesischen Meer umspült. Solch eine lange Küstenlinie erfordert eine besondere Aufmerksamkeit, um die Sicherheit des Staates zu gewährleisten.“ 

    „Außerdem haben Gütertransporte auf See erfordert, die entsprechenden Verkehrswege zu schützen. Der wirtschaftliche Aufstieg hat China ermöglicht, Ressourcen für einen Ausbau der Marine-Kapazitäten bereitzustellen“, so Manatschinski.

    Im Kommentar des Senders heißt es: „Wie der Experte außerdem betont, weitet Chinas Marine ihren operativen Bereich sowie die Wehrtiefe der küstennahen Meeresgebiete allmählich aus. Sie erhöht auch ihr komplexes Kampführungs-Potenzial. Nicht zu vergessen sind auch Streite mit Nachbarländern um rohstoffreiche Gebiete im Ost- und Südchinesischen Meer, aber auch die Konfrontation mit Japan um die Inselgruppe Senkaku/Diaoyu. Eine Stärkung der Kriegsflotte durch Flugzeugträger ist für China derzeit also aktuell, gefragt und aussichtsreich.“

    Am Mittwoch war Chinas zweiter Flugzeugträger vom Stapel gelaufen. Er stammt aus chinesischer Produktion – im Gegensatz zum Wegbereiter „Liaoning“, dem einstigen sowjetischen Schiff „Warjag“.

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    Tags:
    Prognose, Einsatz, Stapellauf, Flugzeugträger, Liaoning, Konstantin Siwkow, USA, Russland, China