14:54 29 März 2020
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    Der Bürgermeister der lettischen Hauptstadt Riga, Nils Ušakovs, hat wegen einer Aussage auf Russisch im Rahmen eines informellen Treffens eine Geldstrafe kassiert. Dies teilte er am Mittwochabend auf seiner Facebook-Seite mit.

    So soll der Bürgermeister das Aufsehen der lettischen Sprachbehörde „Zentrum für Amtssprache in Lettland“ auf sich gezogen haben, nachdem er sich mit Bürgern informell getroffen hatte. Auf die Frage eines russischsprachigen Schülers soll Ušakovs in derselben Sprache geantwortet haben. Die Behörde belegte dies nun mit einem Bußgeld in Höhe von 50 Euro.

    Das „Zentrum für Amtssprache in Lettland“ wies den Bürgermeister darauf hin, dass er als Beamter nicht das Recht habe, den Bürgern in ihrer Muttersprache zu antworten, auch nicht in einer informellen Unterhaltung. Ein Streaming der Veranstaltung via Facebook hielt die Behörde offenbar für einen Strafschärfungsgrund.

    „Ich denke, dass das ‚Zentrum für Amtssprache‘ jetzt mit Kim Jong-un in den Kampf um den Platz des Hauptfreaks der Welt einsteigen kann. Dabei hat Kim Jong-un nicht so viele Chancen wie das ‚Zentrum für Amtssprache‘ – anscheinend will es den Rekord brechen“, so Ušakovs.

    Der Bürgermeister versprach aber, seine Position beizubehalten und die Gerichtsentscheidung anzufechten, da laut ihm die Gesetzeslage informelle Gespräche nicht reguliere.

    „Und wenn russischsprachige Kinder mir in der Duma (Stadtrat Rigas – Anm. d. Red.) die Frage in ihrer Muttersprache stellen werden, werde ich ihnen immer auf Russisch antworten. Kommt öfters vorbei!“, rief Ušakovs auf.

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    Tags:
    Muttersprache, Gericht, Diskriminierung, Kurioses, Geldstrafe, Strafe, Zentrum für Amtssprache in Lettland (Valsts valodas centrs), Nils Ušakovs, Baltikum, Lettland