05:04 06 Dezember 2019
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    HMS Daring im Bosporus

    Britisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer eine Botschaft? – Nein, eine Clownerie

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    Politik
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    Britische Medien stellen die Entsendung eines Zerstörers vor die Küste Russlands als „Botschaft an Putin“ dar. Wie der Militärexperte Iwan Konowalow im Radiosender Sputnik sagte, spiegelt die Haltung der Presse die Stimmung in der britischen Regierung wider.

    Die britischen Boulevardmedien messen Berichten große Bedeutung bei, dass der britische Zerstörer „HMS Daring“ im Schwarzen Meer gemeinsame Manöver mit der rumänischen Marine abhält.

    Die Zeitung „The Daily Mail“ bezeichnet die Entsendung des Schiffs ins „Hinterland“ Russlands als „Botschaft“ an Wladimir Putin. „So, wie gefällt Ihnen das?“, so lautet eine Frage an Putin im Titel eines Artikels.

    Wie „The Sun“ berichtet, will London Moskau es mit gleicher Münze heimzahlen – als Antwort auf die Durchfahrt russischer Schiffe durch den Ärmelkanal. Das Boulevardblatt wirft der russischen Marine Säbelrasseln vor und spricht von „systematischen Provokationen” durch die russische Seite in letzter Zeit.

    Die Journalisten des Blattes „ The Daily Star“ gingen noch weiter. „Ein Kriegsschiff der Royal Navy wurde als symbolische Revanche für die Invasion im Ärmelkanal vor Putins Haustür geschickt“, lautet der Titel eines Artikels auf der Webseite der Zeitschrift.

    Unter dem Titel wurde ein Video mit dem Start einer Flugabwehrrakete des Typs Aster vom Zerstörer „HMS Daring“ platziert – diese und andere Aufnahmen auf der Webseite von „The Daily Star“ werden den Kreml in Rage bringen. Das zumindest behaupten britische Journalisten.

    Der Direktor des Zentrums für strategische Konjunktur, Iwan Konowalow, sagte in Radio Sputnik, dass die allgemeine Stimmung der britischen Presse die Stimmung in der britischen Regierung widerspiegelt.

    „Im militärischen Sinne will Großbritannien wieder die Herrscherin der Meere werden, darüber sprach Regierungschefin Theresa May. Dieser Wunsch spiegelt die militaristische Stimmung der britischen Regierung wider. Ich erinnere an die jüngste Äußerung des Verteidigungsministers Michael Fallon, der offen sagte, dass Großbritannien das Recht habe, einen nuklearen Präventivschlag zu versetzen, was selbst in den Nato-Ländern ernsthafte Fragen auslöste. Das sind sehr lautstarke Verkündigungen, die ehrlich gesagt dem Status des Landes nicht entsprechen. Das ist nicht der Status des Britischen Imperiums“, sagte Konowalow.

    Zugleich hob der Experte hervor, dass es naiv sei, die Entsendung eines Zerstörers vor die Küste Russlands als eine „Botschaft“ an das Land und seinen Staatschef darzustellen.

    „Was ist daran so besonders? Britische Schiffe sind ständig im Schwarzen Meer unterwegs. Laut dem Vertrag von Montreux dürfen sie sich dort eine bestimmte Zeit aufhalten und müssen danach abziehen. Deswegen kommt es zur Rotation – jetzt kommen also die Briten. Die Entsendung des britischen Zerstörers vor unsere Küste als etwas Außergewöhnliches darzustellen, als eine Herausforderung für Präsident Putin – das ist eine wahre Clownerie der britischen Presse“, sagte der Experte.

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    Experte, Schiff, Daring, Sputnik, The Daily Mail, The Daily Star, Schwarzes Meer, Großbritannien, Russland