02:46 18 Juni 2019
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    Kiew entblößt wahres Ziel der „Entkommunisierung“

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    Der einzig wahre Zweck der „Entkommunisierung“ in der Ukraine soll die Bewusstseinsänderung des Volkes sein, wie Sergej Rjabenko, Jurist des ukrainischen Instituts für nationales Gedenken, in einer Livesendung des TV-Senders ZIK sagte.

    „In unserem Institut für nationales Gedenken betrachten wir die Entkommunisierung als Prozess der Bewusstseinsänderung“, so der Anwalt.

    Die Umbenennung von Straßen „als Beseitigung der sichtbaren Marken des totalitären Regimes“ sei nur eine der ersten Etappen, die dem Land noch bevorstünden.

    Weiterhin betonte Rjabenko, dass der in der Ukraine begonnene Prozess der Entkommunisierung mit der Entnazifizierung in Deutschland zu vergleichen sei.

    Noch bis Ende 2016 sollen auch an ukrainischen Bahnhöfen sämtliche Informationstafeln und Aushänge in russischer Sprache verschwinden. Demnach sollen bis Ende Dezember alle Fahrkarten, Stationsnamen und Anzeigetafeln nur noch Ukrainisch und Englisch beschriftet sein.
    Im Mai 2015 war in der Ukraine ein Gesetz in Kraft getreten, das das kommunistische und das NS-Regime verurteilt und die Propaganda sowjetischer Symbole verbietet. Laut diesem Entkommunisierungs-Gesetz sollen die Städte und Straßen der Ukraine, die die Namen sowjetischer Staatsfunktionäre tragen, umbenannt werden.

    Das Ukrainische Institut für nationales Gedenken hatte eine Liste mit den Namen von 520 historischen Persönlichkeiten veröffentlicht, deren Aktivitäten unter die Dekommunisierung fallen und deren Namen aus diesem Grund aus geographischen Bezeichnungen verschwinden sollen. Diese Anordnung stößt sogar im Westen des Landes auf Widerstand bei der Bevölkerung. Die Kampagne gegen das sowjetische Erbe war in der Ukraine nach dem Machtwechsel vom Februar 2014 eingeleitet worden. Bis November 2016 sollen landesweit mehr als 900 Ortschaften umbenannt werden.

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    Tags:
    Bewusstsein, Entnazifizierung, Umbenennung, Entkommunisierung, Machtwechsel, das ukrainische Institut für nationales Gedenken, TV-Sender ZIK, Sergej Rjabenko, Kiew, Ukraine