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12:07 22 September 2019
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    Palästinensiche Frau in Gaza

    Bleibt Gazastreifen ohne Strom? – Politischer Druck mit unabsehbaren Folgen

    © Foto : Rumbo a Gaza
    Politik
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    Die Palästinensischen Behörden haben die Zahlungen an Tel Aviv für Stromlieferungen in den Gazastreifen eingestellt. Sollte die Zwei-Millionen-Enklave nun ohne israelischen Strom bleiben, führt dies zu einer großen humanitären Katastrophe. Darüber schrieb die Zeitung „Izwestija“ unter Verweis auf Experten am Mittwoch.

    Über die Zahlungseinstellung hat laut der Zeitung das Büro des Koordinators der Aktivitäten der israelischen Regierung auf den palästinensischen Gebieten (Coordinator of Government Activities in the Territories) berichtet. Die Informationen seien dort von den palästinensischen Behörden eingegangen.

    Die Gerüchte über eine mögliche Einstellung der Stromlieferungen hat bereits zu Panik unter den fast zwei Millionen Einwohnern des Gazastreifens geführt, die nun fieberhaft Gasflaschen kaufen, hieß es.

    Die Hamas-Bewegung, die die Enklave unter Kontrolle hat, war sogar gezwungen, eine spezielle Mitteilung zu verbreiten, in der sie versicherte, dass die bestehenden Brennstoffvorräte sämtlichen Bedarf ausreichend decken können. Laut der Zeitung hatte das einzige Kraftwerk im Gazastreifen aber gerade wegen Brennstoffmangels seine Arbeit am 16. April eingestellt.

    Dem palästinensischen Politologen aus Gaza Talal Okel zufolge ist die Situation in der Enklave extrem schwierig. Derzeit gebe es Stromlieferungen aus Israel (152 Megawatt) und Ägypten (27 Megawatt). Der Strom werde nur für jeweils vier Stunden ein- und für weitere 12 Stunden ausgeschaltet.

    „Wenn Tel Aviv die Stromlieferungen stoppt, bleibt die Enklave tatsächlich ohne Strom. Dies würde in erster Linie dazu führen, dass die Krankenhäuser nicht mehr arbeiten können. Die Bevölkerung würde ohne Wasser bleiben. Das heißt, die humanitäre Katastrophe, die von internationalen Organisationen prognostiziert wird, wird nun real“, so Okel.

    Die Vorbeugung der Katastrophe liege in der Klärung des Problems zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde (PNA) und  der Hamas-Bewegung, die den Gazastreifen seit 2007 unter ihrer Kontrolle habe.

    Dass die innenpalästinensischen Konflikte nun eine Energiekrise verursacht haben, meint auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Orientalistik der Russischen Akademie der Wissenschaften Tatjana Nossenko.

    „Für die Stromlieferungen in den Gazastreifen hat zuvor die PNA an Israel gezahlt. Jetzt verzichtet sie darauf, weil der Gazastreifen von der konkurrierenden Hamas-Bewegung kontrolliert wird. Somit wird ein Versuch unternommen, die Einwohner der Enklave zur Ergreifung von Maßnahmen gegen Hamas zu drängen“, so Nossenko.

    Die einfachen Menschen seien nun zur Geisel der politischen Konflikte geworden, hieß es.

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    Tags:
    humanitäre Katastrophe, Stromversorgung, Nahost, PNA, Gazastreifen, Israel