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18:06 21 Oktober 2019
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    Raum für FDP-Abgeordneten im Bundestag (Archivbild)

    „Eher Jamaika als Ampel“ – FDP-Chef Kubicki zur Schleswig-Holstein-Wahl

    © AP Photo / Johannes Eisele
    Politik
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    AfD und Linke fraglich, die CDU zieht in Umfragen an der SPD vorbei. Kurz vor knapp spitzt sich der Wahlkampf im Norden zu. Zünglein an der Waage könnte dabei die FDP spielen. 10 Prozent und mehr streben die Liberalen an. Und haben laut ihrem Landeschef Wolfgang Kubicki viele Möglichkeiten.

    „Die Küstenkoalition in Schleswig-Holstein hat keine Mehrheit mehr“, stellt Kubicki im Gespräch mit Sputnik fest. Das zeigten die jüngsten Umfragen der Wahlforschungsinstitute. Die SPD sei wie ihr Kanzlerkandidat Martin Schulz wieder im Sinkflug Richtung 20 Prozent. Gleichzeitig sei die CDU durch das wachsende Ansehen Angela Merkels im Aufwind. Alles in allem eine komfortable Situation für die FDP. Das sieht auch deren Landesvorsitzender so.

    Mindestens zehn Prozent möchte Kubicki bei der Wahl am Sonntag holen. Und mit dem Ergebnis sehr gerne an der neuen Landesregierung in Kiel beteiligt werden. Da hat Kubicki Präferenzen. „Wir sind grundsätzlich offen, schließen nur eine Zusammenarbeit mit der AfD und den Linken aus“, sagt der 65-jährige. „Aber eine Jamaika-Koalition (CDU-FDP-Grüne, Anm. d. Red.) ist wahrscheinlicher als eine Ampel (SPD-FDP-Grüne, Anm. d. Red.)“, erklärt der Rechtsanwalt. Denn wenn die bisherige Oppositionspartei FDP an der neuen Regierung beteiligt sei, wäre das ein Hinweis der Wähler, dass sie mit dem bisherigen Ministerpräsidenten Torsten Albig (SPD) unzufrieden wären.

    Zufrieden sollen die Wähler mit der FDP sein. Im Wahlprogramm haben die Liberalen hehre Ziele: sie wollen Schleswig-Holstein zu einem Wissenschaftsstandort machen, die Bildung stärken, die Infrastruktur und das Internet ausbauen. So sollen alle Schulen im Land mit W-LAN ausgestattet werden. „Ich wundere mich, dass die stärkste Industrienation Europas überhaupt noch darüber diskutiert.“

    Wie die FDP das finanzieren wolle, will Sputnik wissen. „Ganz einfach, in dem wir öffentliche Mittel effizienter nutzen.“ Dann folgt eine Schelte: „Anders als die amtierende Landesregierung aus Rot-Grün, die in der Lage ist, zwei Milliarden Euro völlig sinnlos in die marode HSH Nordbank zu Lasten der Steuerzahler zu pumpen.“ 

    Starke Worte von Wolfgang Kubicki. Ob das Ergebnis der FDP letztlich auch so stark sein wird, steht am späten Sonntagabend fest.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Wahlkampf, Wahlkampagne, Wahlen, FDP, Wolfgang Kubicki, Schleswig-Holstein, Deutschland