Widgets Magazine
06:30 12 November 2019
SNA Radio
    Russlands Botschaft in Berlin

    Botschaft: Mitteilung der Bundesregierung über Militärdoktrin Russlands irreführend

    © Sputnik / Igor Zarembo
    Politik
    Zum Kurzlink
    1721218
    Abonnieren

    Der Begriff „hybrider Krieg“ ist in der Militärdoktrin Russlands nicht enthalten. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, der unter Berufung auf Bundeskanzlerin Angela Merkel das Gegenteil behauptete, führte die Teilnehmer eines Briefings in Berlin in die Irre, erklärte der Sprecher der russischen Botschaft in Berlin, Denis Mikerin.

    „Diese Formulierung hat weder Hand noch Fuß und führt das unerfahrene Publikum in die Irre. Daraus resultiert, dass Russland die Möglichkeit hybrider Kriege gegen seine potentiellen Gegner prüft. Ich möchte betonen, dass die Kanzlerin etwas anders formuliert hat. Sie erklärte, dass hybride Kriege tatsächlich eine Rolle in der Militärdoktrin Russlands spielen“, sagte Mikerin in einem RIA-Novosti-Gespräch.

    Праздничные мероприятия, посвященные 86-й годовщине со дня образования ВДВ
    © Sputnik / Илья Питалев
    Auf eine mögliche Einmischung Russlands in die Wahlkampagne in Deutschland angesprochen, erklärte Seibert am Mittwoch auf einem Regierungsbriefing, dass Kanzlerin Merkel ihre Position zu dieser Frage in der Pressekonferenz mit Russlands Präsident Wladimir Putin am 2. Mai in Sotschi dargelegt habe. Die Kanzlerin sei gefragt worden, ob sie Angst habe. Nein, habe sie nicht, sagte sie. Dennoch seien hybride Kriege ein Teil der russischen Militärdoktrin, das hätten auch russische Militärs offen eingestanden.

    Indes hatte Merkel auf der Pressekonferenz in Sotschi erklärt, Deutschland wisse, dass die Cyberkriminalität eine globale Herausforderung sei und hybride Kriege tatsächlich eine Rolle in der russischen Militärdoktrin spielten. „In Wirklichkeit geht es in den wichtigsten Dokumenten, die die Gewährleistung der militärischen Sicherheit der Russischen Föderation betreffen – die von Russlands Präsident Wladimir Putin 2014 bestätigte oben genannte Militärdoktrin und die Strategie der nationalen Sicherheit vom 31. Dezember 2015 – um ein breites Instrumentarium zur Abwehr des politischen, ökonomischen, militärischen und Informationsdrucks, der auf uns ausgeübt wird“, so der Botschaftssprecher weiter.

    „Zum Letzteren gehört die offenkundige russophobe Hysterie, die im Westen im Zusammenhang mit angeblichen russischen Hackerattacken, mit gegen Russland erhobenen Vorwürfen, den berüchtigten ‚Fall Lisa‘ instrumentalisiert zu haben, und mit sonstigem Quatsch entfaltet wurde. Dabei hat bislang niemand glaubwürdige Beweise vorgelegt bis auf geheimnisvolle, um nicht zu sagen träumerische Anspielungen auf irgendwelche Geheimdaten“, sagte der Sprecher.

    „Bemerkenswert ist auch, dass die Bundesregierung keinen Gebrauch von dem von deutschen Geheimdiensten erstellten Bericht über einen angeblichen russischen ‚Einfluss‘ machte, weil die darin enthaltenen Beweise nicht ausreichend waren.“ „Was den Begriff ‚hybrider Krieg‘ selbst betrifft, setzte er sich zuerst in westlichen Doktrinen, in den USA und in NATO-Ländern durch. Im Unterschied zu den offiziellen russischen Doktrinen ist dieser Begriff (dort) gang und gäbe, es genügt, mal in das ‚Weißbuch‘ der Bundeswehr zu schauen.“

    „Von deutschen offiziellen Persönlichkeiten, die Russland wegen seiner ‚Informationskampagnen‘ bezichtigen, werden zum Beispiel die unter der Ägide des Europäischen außenpolitischen Dienstes aktive ‚Gruppe strategischer Kommunikationen Ost‘, das ‚Europäische Zentrum zur Abwendung hybrider Bedrohungen‘ in Helsinki oder die NATO-Struktur ‚StratCom‘ in Riga nur selten erwähnt. Indes wird das Hauptanliegen dieser Strukturen von niemandem verhehlt: sie haben zum Ziel, unserem Land im Informationsraum entgegenzuwirken“, sagte Mikerin.

    „Wenn sich unsere deutschen Partner über gewisse Informationsbedrohungen Sorgen machen, sind wir zu einer offenen Diskussion im Rahmen vorhandener konsultativer Mechanismen bereit. Eben dazu waren sie ins Leben gerufen worden, darunter auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Es wäre nicht konstruktiv, ja sogar unseriös, den Informationsraum immer wieder mit leeren Anschuldigungen zu füllen“, betonte der Sprecher.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Putin-Berater über Informationskrieg gegen russische Rüstung
    Russischer Außenpolitiker nennt AI-Syrien-Bericht Teil von Informationskrieg
    USA führen Informationskrieg um Weltraum - Experte zu russischer Bedrohung im All
    Botschafter: Nato bevorzugt Informationskrieg statt Sicherheitsdialog
    NATO warnt: „Westen verliert den Informationskrieg gegen Russland“
    Tags:
    Irreführung, Militärdoktrin, Bundesregierung, Denis Mikerin, Russland, Deutschland