16:56 17 August 2018
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    Ein Verletzter beim Schusswechsel im Raum Chaman an der afghanisch-pakistanischen Grenze

    Beschuss an pakistanisch-afghanischer Grenze forderte Dutzende Tote und Verletzte

    © REUTERS / Saeed Ali Achakzai
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    Bei einem Schusswechsel an der pakistanisch-afghanischen Grenze sind 50 afghanische Militärangehörige getötet und etwa 100 verletzt worden. Dies teilte laut Medienberichten der Chef des Grenz-Korps in der pakistanischen Provinz Belutschistan, Generalleutnant Nadeem Ahmed, der Presse mit.

    Demnach habe sich der Zwischenfall am Freitag ereignet. Auf einem Briefing in der Grenzstadt Chaman sagte Generalleutnant Ahmed, die afghanischen Militärs wären angeblich „in Pakistan eingedrungen und hätten „Häuser besetzt, um Positionen für einen Angriff einzunehmen“. „Ihrerseits haben die pakistanischen Kräfte die afghanischen Kontrollpunkte angegriffen, 50 Menschen getötet und 100 verletzt“, zitiert die Presse die Worte des Generals.

    Wie er ferner sagte, jubelt das pakistanische Militär nicht wegen der Afghanistan zugefügten Verluste, denn „die Afghanen sind unsere Brüder“. Dennoch machte er die afghanische Seite für das Geschehen verantwortlich, wobei er die von Islamabad vertretene Position wiederholte, dass Afghanistan über die bevorstehende Bevölkerungszählung in den an der sogenannten Durand-Linie (der Demarkationslinie zwischen beiden Ländern – Anm. der Red.) gelegenen Ortschaften informiert gewesen sei.

    Der Beschuss im Raum Chaman war am Freitagmorgen bekannt geworden. Der Grenzkontrollpunkt war daraufhin für längere Zeit geschlossen. Wie Ahmed sagte, hatte die afghanische Seite um Einstellung des Feuers gebeten. „Wir wollen äußerst deutlich erklären, dass die internationale Grenze Pakistans keiner Erörterung unterliegt und es hierzu keine Kompromisse geben kann“, ergänzte der General.

    Die pakistanische Armee hatte die afghanischen Grenztruppen am 5. Mai beschuldigt, Pakistans Territorium  beschossen zu haben. Anfangs hieß es, auf pakistanischer Seite sei ein Zivilist dabei getötet und 18 Menschen verletzt worden, darunter Angehörige des Grenz-Korps. Nach den bislang vorliegenden Angaben sollen 12 Personen den Tod gefunden haben, darunter ein Angehöriger des Grenz-Korps, 40 sollen verletzt worden sein. In der Armee hieß es, die afghanischen Grenzsoldaten hätten Angehörige des pakistanischen Grenz-Korps beschossen, welche Teilnehmer einer Bevölkerungszählung zu Ortschaften in der Nähe des Grenzkontrollpunktes Chaman begleiteten.

    Wegen der ungeregelten Grenzfrage kommt es zwischen den pakistanischen und afghanischen Grenzern immer wieder zu einer Schießerei. Im vergangenen  Jahr dauerte ein Zusammenstoß zwischen den Grenztruppen beider Länder nahe des Grenzüberganges Torkham mehrere Tage an, nachdem die Pakistaner mit Arbeiten zur Errichtung eines Tores am Grenzkontrollpunkt begonnen hatten. Ende März hieß es, Pakistan habe mit dem Bau von Befestigungsanlagen an einzelnen Grenzabschnitten zu Afghanistan begonnen, um das Eindringen von Terroristen aus dem Nachbarland zu unterbinden.

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    Tags:
    Grenzverletzung, Schießerei, Pakistan, Afghanistan
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