15:22 28 September 2020
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    Die USA können nach Angaben der Zeitung „Washington Post“ (WP) in den kommenden Wochen ihr militärisches Engagement in Afghanistan verstärken. Die neue Strategie soll unter anderem die Entscheidungen des Ex-US-Präsidenten Barack Obama in Bezug auf das Nahost-Land verwässern.

    Die hochrangigsten Militär- und Außenpolitikberater von US-Präsident Donald Trump haben laut dem Blatt einen grundsätzlichen Umschwung in der Strategie für Afghanistan vorgeschlagen, was den USA eine verstärkte Verfolgung der Terrororganisation Taliban erlauben soll.

    Der neue Plan, der noch von Trump selbst gebilligt werden müsse, fordere eine Erweiterung der US-Militärrolle in Afghanistan, um die „immer selbstbewusster werdenden“ Taliban wieder an den Verhandlungstisch zu bekommen.

    Die neue Strategie ist laut WP die Folge einer jüngsten Analyse, die auf Trumps Wunsch initiiert wurde, um die Sicherheitslage in Afghanistan zu verbessern und „wieder zu gewinnen“, wie ein anonymer US-Beamter gegenüber der Zeitung sagte.

    Diese Strategie, die von hochrangigen Mitgliedern des US-Kabinetts unterstützt werde, solle dem Pentagon und nicht dem Weißen Haus ermöglichen, die Zahl der US-Truppen in Afghanistan festzulegen und dem Militär wesentlich mehr Befugnisse für Luftschläge gegen die Taliban einzuräumen.

    „Er (der Plan – Anm. d. Red.) würde auch die Einschränkungen der Obama-Ära aufheben, welche die Bewegungsfreiheit der US-Militärberater auf dem Schlachtfeld begrenzten“, heißt es in dem Artikel weiter.

    Im Endeffekt würden diese Änderungen dazu führen, dass Obamas Schritte verwässert würden, die auf eine stufenweise Verminderung der US-Rolle in Afghanistan ausgerichtet gewesen seien. Zudem würde diese mit höheren Risiken für die US-Truppen und höheren Kriegskosten einhergehen.

    Es werde erwartet, so das Blatt, dass Trump seine endgültige Entscheidung diesbezüglich vor dem Nato-Gipfel am 25. Mai in Brüssel treffen werde.

    Wie die US-Beamten weiter betonten, ist es noch unklar, ob Trump, der bislang sehr wenig vom längsten US-Krieg gesprochen hat, die Verstärkung des US-Einsatzes in Afghanistan gutheißen werde. Zugleich habe aber Trump wiederholt den Wunsch geäußert, hart gegen den Terror vorzugehen und „große Freude an der Anwendung von militärischer Gewalt“ zu finden.

     

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    Tags:
    Verstärkung, Militäreinsatz, Pentagon, Donald Trump, Afghanistan, USA