11:46 20 Februar 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    62672
    Abonnieren

    Das Außenministerium Israels hat den türkischen Botschafter Kemal Ökem einbestellt, um Erläuterungen zu den kürzlichen gegen Israel gerichteten Äußerungen des türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan Israel zu fordern, schreibt die Zeitung „Jerusalem Post“.

    Erdogan hatte am Vortag die Muslime aufgerufen, die Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt „möglichst oft zu besuchen“, denn „jeder Tag, an dem Jerusalem (durch Israel – Anm. d. Red.) besetzt bleibt“, sei eine „Beleidigung“ für sie. Der türkische Präsident kritisierte zudem den Gesetzentwurf Israels, der ein Verbot des traditionellen muslimischen Gebetsrufs am späten Abend und am frühen Morgen vorsieht.

    „Diejenigen, die die Menschenrechte in ihrem eigenen Land systematisch verletzen, dürfen nicht die einzige Demokratie in der Region belehren“, zitiert die Zeitung den Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nahshon.

    Die Türkei und Israel, einst strategische Partner, haben sich voneinander entfremdet, als die Islamisten in Ankara die Oberhand gewonnen und die türkische Außenpolitik von der europäischen Integration auf die Festigung ihrer Stellung in der arabisch-muslimischen Welt umorientiert hatten. Die gegenseitige Abkühlung hatte nach den tragischen Ereignissen um die „Freiheitsflottille“ vor der Gaza-Küste im Sommer 2010 ihren Höhepunkt erreicht.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Ankara und Tel Aviv wollen ihre abgebrochenen Beziehungen wieder aufnehmen - Medien
    Türkei bereit zur Annahme von $20 Millionen Entschädigung von Israel: Eiszeit beendet
    Abkommen zwischen Israel und Türkei: wenig Fortschritte, Ankara profitiert
    Israel entschuldigt sich für Fähre – Neustart mit Türkei verschiebt Kräfte in Nahost