21:01 24 November 2017
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    Visafreiheit für Ukrainer endgültig gebilligt - Medien

    © REUTERS/ Susana Vera
    Politik
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    Der Rat der Europäischen Union hat am Donnerstag das visafreie Regime für die Ukraine endgültig gebilligt, berichtet der Pressedienst der Institution am Donnerstag.

    Dabei versprach Brüssel, die Gültigkeit des gefassten Beschlusses in dem Fall zu unterbrechen, sollten „ernste Fragen“ bezüglich der Migrations- und Sicherheitsprobleme an die Ukraine entstehen.

    Nach der EU-Billigung soll das Dokument vom Präsidenten des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, und dem Premier des in der EU jetzt den Vorsitz führenden Malta, Josef  Muscat, unterzeichnet werden. Danach wird es vom offiziellen EU-Anzeiger veröffentlicht, und 20 Tage nach der Veröffentlichung wird dann das visafreie Regime in Kraft treten.

    Dem ukrainischen Premier Wladimir Groisman zufolge können die Ukrainer bereits ab dem 11. Juni ohne Visum in die EU-Länder reisen. Er verglich die Gewährung der Visafreiheit für die Ukraine mit dem Berliner Mauerfall.

    Im Außenministerium Russlands wurde die Entscheidung Brüssels als Lockköder bezeichnet, der die existierende Situation teilweise erleichtern könnte.

    Der Dialog zwischen der EU und der Ukraine über die Liberalisierung des Visumregimes wurde seit dem Jahr 2008 geführt. Ursprünglich rechnete Kiew damit, die Visafreiheit bis Ende 2006 zu erhalten, doch Europa legte die Entscheidung darüber mehrmals auf Eis. Anfang April hatte das Europaparlament die Einräumung des visafreien Regimes für die Ukraine mit 521 von 751 Stimmen endgültig gebilligt.

    Was heißt „Visafreiheit“

    Das visafreie Regime ermöglicht die freie Bewegung auf dem Territorium der Schengen-Zone, die 22 Mitgliedsländer der EU und vier Nicht-EU-Länder (Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz) sowie vier Länder, die Kandidaten für die Aufnahme in die Schengen-Zone sind (Bulgarien, Zypern, Rumänien und Kroatien,), umfasst.

    Der Aufenthalt der ukrainischen Bürger in den Mitgliedsländern der Schengen-Zone wird nur für 90 Tage innerhalb von 6 Monaten erlaubt, dabei ist es nicht nötig, alle genehmigten Tage sofort auszunutzen. Das visafreie Regime genehmigt keine Erwerbstätigkeit in den EU-Ländern. Als Zweck eines kurzen Aufenthalts kann Tourismus, Business, Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen, Besuch von Verwandten und Familienangehörigen dienen.

    Um die EU-Grenze zu passieren, müssen die ukrainischen Bürger allerdings einen biometrischen Reisepass vorweisen, denn ohne dieses Dokument ist eine visafreie Einreise unmöglich. Dabei dürfen die Grenzbeamten auch zusätzliche Dokumente von den Einreisenden verlangen.

    Den Medien zufolge ist es bei der Grenzüberquerung empfehlenswert, ein Ticket für die Rückreise vorweisen zu können. Außerdem können die einreisenden Ukrainer gebeten werden, ihre Zahlungsfähigkeit zu bestätigen – sie müssen über mindestens 45 Euro für jeden Aufenthaltstag in der EU verfügen.

    Darüber hinaus seien folgende Dokumente wünschenswert: Krankenversicherung, Greencard (im Fall einer Autoreise durch Europa), eine Einladung von den Verwandten oder Bekannten sowie eine Buchungsbestätigung vom Hotel.

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    Tags:
    Buchungsbestätigung, Krankenversicherung, Aufenthalt, Visafreiheit, Business, Tourismus, Pressedienst des Europäischen Rates, das Europäische Parlament, Europäischer Rat, Schengen, Außenministerium Russlands, Josef Muscat, Antonio Tajani, Wladimir Groisman, Schengen-Zone, Europäische Union, Liechtenstein, Brüssel, Schweiz, Kroatien, Rumänien, Norwegen, Zypern, Island, Bulgarien, Russland, Ukraine
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