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18:20 23 Juli 2019
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    Kristian Kostow

    Trotz Krim-Besuchs: Bulgarischer ESC-Favorit darf nach Kiew

    © AFP 2019 /
    Politik
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    Einer der Favoriten des diesjährigen Eurovision-Songcontests, Kristian Kostow, der in Kiew Bulgarien vertreten soll, ist nach Angaben ukrainischer Medien im Jahr 2014 auf der Krim aufgetreten. Anders als im Fall der russischen Sängerin Julia Samojlowa werde der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU jedoch kein Einreiseverbot gegen Kostow verhängen.

    Der 17-jährige Kostow, der in Moskau geboren wurde und sowohl die russische als auch die bulgarische Staatsbürgerschaft besitzt, gilt bei den Wettbüros als klarer ESC-Favorit.

    Die ukrainische Agentur Unian veröffentlichte am Donnerstag einen Artikel über Kostow und verwies darin auf ein YouTube-Video vom Juni 2014. Damals war Kostow im Kinderzentrum Artek auf der Krim anlässlich des Weltkindertages aufgetreten – also mehrere Monate nach der Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland. Doch die ukrainischen Behörden haben nun offenbar beschlossen, deswegen keine Strafmaßnahmen gegen Kostow zu verhängen.

    „Die ukrainischen Geheimdienste haben es abgelehnt, den Auftritt des geborenen Moskauers Kristian Kostow auf der Krim als Straftat zu bewerten“, erklärte ein Vertreter des SBU gegenüber der ukrainischen Zeitung „Obosrewatel“.

    Kostow sei im Sommer 2014 auf der Krim aufgetreten, also noch bevor das ukrainische Gesetz in Kraft getreten sei, welches das Einreisen auf die Krim vom russischen Territorium aus verbiete, hieß es weiter.

    Diese Erklärung lässt jedoch Zweifel aufkommen: Denn es ist allgemein bekannt, dass das entsprechende ukrainische Gesetzt am 15. April 2014 verabschiedet worden war – also mehrere Monate vor Kostows Auftritt.

    Zuvor hatte der SBU ein dreijähriges Einreiseverbot gegen die Sängerin Julia Samojlowa verhängt, die Russland beim ESC 2017 in Kiew vertreten sollte. Zur Begründung wies der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf einen „illegalen Auftritt der Sängerin auf der von Russland 2014 annektierten Halbinsel Krim“ hin. Kiew bestraft Reisen auf die Krim über russisches Gebiet mit Einreiseverbot in die Ukraine. Daraufhin beschloss Russland, auf seine Teilnahme am ESC 2017 zu verzichten.

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    Tags:
    Einreiseverbot, Eurovision Song Contest (ESC), Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Bulgarien, Kiew, Ukraine