12:10 22 November 2019
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    Kurdische Peschmerga-Kämpfer (Archivbild)

    USA wollen Türkei mit Kurden-Bewaffnung erpressen – Politologe

    © REUTERS / Ari Jalal
    Politik
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    Mögliche Waffenlieferungen der USA an die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Syrien ist laut dem türkischen Politologen Salih Yilmaz nichts anderes als ein Versuch, Druck auf die Türkei auszuüben, damit diese ihre Truppen zur Rückeroberung der syrischen IS-Hochburg Rakka entsendet.

    Der Professor der Yildirim Beyazit University in Ankara und Experte für internationale Beziehungen Salih Yilmaz sagte am Donnerstag gegenüber Ria Novosti: „Obwohl die USA garantieren, dass alle Waffen nach dem Einsatz in Rakka an Washington zurückgegeben werden, schwächen die Waffenlieferungen zweifellos ihre Beziehungen zur Türkei als Nato-Verbündeter“.

    Ihm zufolge dauert die Krise zwischen der Türkei und den USA bereits etwa drei Jahre. Noch während der Präsidentschaft von Barack Obama hätten die USA die türkische Armee für den Einsatz in Rakka nutzen wollen, was aber damals misslungen sei. Dann hätten die USA beschlossen, die YPG zu unterstützen.

    „Durch die Erpressung Ankaras wollten sie mithilfe der YPG die Türkei und deren Armee nutzen. Diese US-Pläne lehnt Ankara allerdings ausdrücklich ab“, so Yilmaz.

    Wie er ausführte, sei die Türkei in dieser Situation erzwungen, Maßnahmen zum Schutz ihrer Interessen zu ergreifen.

    Am Dienstag war mitgeteilt worden, dass US-Präsident Donald Trump einem Plan zur Ausrüstung der kurdischen Volksschutzmilizen mit stärkeren Waffen zugestimmt habe. Damit soll ihnen im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS) geholfen werden. Laut dem Weißen Haus sollen die Kurden damit die syrische IS-Hochburg Rakka zurückerobern.

    Die Türkei zeigt sich diesbezüglich besorgt, da die kurdischen Formationen nach Meinung der türkischen Führung mit der im Land verbotenen „Arbeiterpartei Kurdistans“ (PKK) liiert seien. Sowohl Ankara als auch Washington stufen die PKK als eine Terrororganisation ein.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wird Mitte Mai zu einem Besuch bei seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Trump in Washington erwartet und will das Thema dort zur Sprache bringen.

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    Tags:
    Erpressung, Lieferungen, Waffen, kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, Terrormiliz Daesh, Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Salih Yilmaz, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Syrien, USA