10:22 07 Dezember 2019
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    WannaCry-Virus: Gefährlich wie ein US-Raketenwerfer in Kinderhänden - Experten

    © AFP 2019 / KARIM SAHIB
    Politik
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    Viele Experten sind sich einig, dass der Erpresser-Virus „WannyCry“, der weltweit für großen Schaden gesorgt hat, auf NSA-Daten beruht und sich in dieser Hinsicht mit einem fahrlässigen Aufbewahren von Waffen vergleichen lässt.

    WannaCry
    © AP Photo / Mark Schiefelbein
    Am vergangenen Freitag erschütterte ein massiver Cyberangriff mit der Erpressersoftware "WannaCry" zahlreiche Länder weltweit. Tausende Rechner wurden von einem Virus befallen, der sie unabhängig von der Vorgehensweise der User verschlüsselte und Lösegeld verlangte. Insgesamt sollen etwa 200.000 Computer in 150 Ländern Opfer des Angriffs geworden sein. Betroffen wurden unter anderem Krankenhäuser in Großbritannien, die Deutsche Bahn sowie Regierungsbehörden in aller Welt.

    Der Microsoft-Rechtsvorstand Brad Smith hatte zuvor die Schuld  für die Attacken in einem Blogeintrag in die Schuhe der Geheimdienste CIA und NSA geschoben. Diese hätten nämlich  Daten zu Software-Verwundbarkeiten „gehortet“ und im Nachhinein nicht vor einem Diebstahl bewahren können.

    “Ein äquivalentes Szenario mit konventionellen Waffen wäre es, wenn dem US-Militär mehrere Tomahawk-Raketen gestohlen werden würden“, so Smith.

    Dieser Meinung schloss sich nun auch Aleksandr Yampolskiy, Chef des in New York ansässigen Unternehmens SecurityScorecard, an:

    “Man kann das damit vergleichen, dass jemand  einen Raketenwerfer einfach in der Gegend liegen lassen würde und  Teenager ihn finden würden und mit den Raketen in umstehende Häuser schießen würden“, sagte er gegenüber dem CNBC-Sender.

    Zu dem Thema äußerte sich am Montag auch der russische Präsident Wladimir Putin: „Wir denken, dass die Geister, die aus einer solchen Flasche befreit werden, insbesondere durch Geheimdienste, ihren Autoren und Entwicklern sehr schaden können“, sagte Putin bei der Pressekonferenz im Anschluss an das internationale Wirtschaftsforum „One belt, one road“ in Peking. Der Schutz vor solchen Angriffen muss laut Putin auf einer „ernsthaften politischen Ebene“ diskutiert werden.

    Putin betonte zudem, es sei bereits bekannt, wer hinter der massiven WannaCry-Hackerattacke vom Freitag stehe. „Die Firma Microsoft hat bereits erklärt, dass der Angriff von US-Geheimdiensten mitverursacht worden sei. Russland hat damit nichts zu tun“, sagte er.

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    Tags:
    Raketenwerfer, Hacker, Virus, WannaCry, NSA, US-Geheimdienst NSA, CIA, Aleksandr Yampolskiy, USA