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12:08 20 August 2019
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    Sergej Lawrow, Doanld Trump und russischer Botschafter Sergej Kislyak in Washington

    Neuer Skandal aus Washington: Erhielt Lawrow von Trump „Top-secret-Daten“?

    © AP Photo / Russian Foreign Ministry
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    In den USA ist am Montagabend noch ein Skandal um den Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow am 10. Mai entbrannt: Die Washington Post behauptete – unter Berufung auf anonyme Quellen – US-Präsident Donald Trump hätte dem Chefdiplomaten aus Moskau super-geheime Daten zugespielt. Das Weiße Haus dementiert. Aber das klärt die Frage nicht.

    Laut dem WP-Bericht soll Trump also Informationen an Lawrow weitergegeben haben, die von einem Partner aus der Aufklärung gestammt hätten. Es soll dabei um interne Angaben der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) gegangen sein. Die Zeitung führt Aussagen eines namentlich nicht genannten „US-Offiziellen“ an, der betonte: „Das sind Code-Wort-Informationen.“ Dieser Begriff gilt als die höchste „Streng-vertraulich“-Kategorie der US-Geheimdienste. Laut der Quelle soll Trump „dem Russischen Botschafter mehr Informationen mitgeteilt haben, als wir unseren Verbündeten übergeben“.

    Lage in der syrischen Stadt Deir ez-Zor
    © Sputnik / Mikhail Voskresenskiy
    Die Partner hätten dem Weißen Haus keinerlei Berechtigung erteilt, derartige Angaben weiterzugeben. Trumps Zuwiderhandlung könne nun die Kooperationen gefährden, die den US-Geheimdiensten bislang Zugang zu den inneren Angelegenheiten des IS verschafften.

    Trumps US-Sicherheitsberater General Herbert McMaster, der damals auch bei dem Treffen mit der russischen Delegation anwesend war, dementierte den WP-Bericht umgehend und bezeichnete ihn als „Lüge“: „Der Präsident (Trump – Anm. d. Red.) und der Außenminister (Lawrow) verschafften sich einen Überblick über die allgemeinen Bedrohungen durch Terrororganisationen, darunter auch betreffend des Luftraums“, so McMaster noch am Abend. „Zu keinem Zeitpunkt wurden Aufklärungsquellen oder Methoden diskutiert, keinerlei Militäroperationen sind offengelegt worden, die nicht schon vorher öffentlich bekannt waren.“

    Die Geheimdienste CIA und NSA waren laut WP zu keiner Stellungnahme bereit. US-Rechtsexperten und hochrangige Beamte zeigen sich trotz des Dementis zunehmend besorgt über Trumps Umgang mit sensiblen Daten.

    Herbert McMaster
    © REUTERS / Kevin Lamarque
    Gleichzeitig gerät auch die WP als US-Medium weiter in die Kritik dafür, dass immer wieder fehlerhafte Beiträge unter Verweis auf angebliche anonyme Quellen veröffentlicht würden, die niemand nachprüfen könne. Erste Stimmen sprechen bei dem WP-Beitrag schon von „Fake-News“.

    Moskau hat den Fall bislang noch nicht kommentiert.

    Lawrow hatte sich am 10. Mai in Washington gemeinsam mit dem Russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, mit Trump zu Verhandlungen getroffen. Beide Seiten konstatierten, dass Moskau und Washington allen Differenzen zum Trotz die Syrien-Krise und weitere internationale Probleme gemeinsam lösen müssten. Unter Trumps Amtsvorgänger Barack Obama hatte das Verhältnis zwischen beiden Staaten offenbar den tiefsten Punkt seit dem Kalten Krieg erreicht.

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    Tags:
    Treffen, Skandal, Medien, Washington Post, Herbert McMaster, Donald Trump, Sergej Lawrow, USA, Russland