16:02 31 März 2020
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    Der ukrainische Parlamentarier von der Partei "Volksfront" und Nationalist Yury Beresa würde alle, die mit einem Sankt-Georgs-Band der Sieger und Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gedenken, am liebsten eigenhändig erschießen.

    „Dieser Zirkus namens Sowjetunion, der hier hockt, auftritt und über irgendwelche der eigenen Meinung nach heiligen Sachen spricht und dabei mit diesem verfluchten-verfluchten Sankt-Georgs-Band herumfuchtelt… Dabei muss man bedenken,  dass es nach der Zerstörung der Saporoger Sitsch (Ein „freier Kosakenstaat“, der bis zum Ende des 18. Jahrhunderts existierte) ins Leben gerufen wurde…“, adressierte der Parlamentarier seine Worte an die Oppositions-Abgeordneten im ukrainischen Parlament.

    Dabei empfinde er, so Beresa, nicht nur Angst und Scham – „Ich möchte einfach ein Maschinengewehr nehmen und dieses ganze Lumpenpack niederstrecken.“

    Das schwarz-orange Sankt-Georgs-Band – das aus dem Zarenreich stammende Symbol militärischer Tapferkeit – ist jetzt in der Ukraine verboten. Die Werchowna Rada verabschiedete am Dienstag ein Gesetz, das die Produktion und das Tragen von Georgsbändern unter Strafe stellt. „Das Georgsband wurde seit 2014 von prorussisch gesinnten Separatisten auf dem Territorium der Ukraine genutzt und wurde zum Symbol des Separatismus im Land“, hieß es zur Begründung.

    Die Aktion „Georgsband“ ist den Feierlichkeiten anlässlich des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg gewidmet. Die Idee wurde 2005 von der Nachrichtenagentur RIA Novosti unterbreitet, die jetzt Teil der Mediaholding Rossiya Segodnya ist. Seitdem ist das Tragen des Georgsbandes am 9. Mai zur Tradition in den meisten postsowjetischen Staaten geworden.

    Am 9. Mai hatte die Kiewer Polizei mehrere Senioren mit Sankt-Georgs-Bändern den Weg zum Gedenkmarsch versperrt. Der Marsch diente dem Gedenken des Sieges über den Nationalsozialismus. Hunderte Teilnehmer zogen mit Bildern ihrer damals kämpfenden sowie getöteten Angehörigen durch die Straßen der ukrainischen Hauptstadt. Ukrainische Nationalisten behinderten den Marsch und rissen den Teilnehmern die Bilder aus den Händen.

    Im ukrainischen Fernsehen wurde der 9. Mai als „Versöhnungstag“ aller Konfliktparteien gefeiert. Mehrmals wurden statt mit Veteranen Interviews mit ehemaligen Mitgliedern der UPA (Ukrainische Aufstandsarmee) ausgestrahlt. Die UPA kollaborierte während des Zweiten Weltkrieges zunächst mit dem nationalsozialistischen Deutschland und war auch an der Tötung von Juden beteiligt.

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    Tags:
    Georgsband, Zweiter Weltkrieg, Ukraine, Kiew