08:31 21 Oktober 2017
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    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan

    Treffen Erdogans und Trumps ergebnislos – türkische Opposition

    © REUTERS/ Vasily Fedosenko
    Politik
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    Vertreter zweier türkischer Oppositionsparteien haben am Donnerstag für Sputnik die Ergebnisse des Washington-Besuchs des türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdogan, und seines Treffens mit dem US-Präsidenten Donald Trump kommentiert.

    Der stellvertretende Vorsitzende der Volksrepublikanischen Partei (VRP), Öztürk Yılmaz, unterstrich, dass sich die Prognosen mehrerer Experten über die große Bedeutung dieses Treffens für die türkisch-amerikanischen Beziehungen und ihre Zukunft nicht erfüllt hätten, da in den Schlüsselfragen der Verhandlungsagenda, wie es die Waffenlieferungen an syrische Kurden und die Auslieferung von Fethullah Gülen sind, kein Fortschritt erreicht worden sei.

    „Im Vorfeld dieses Besuchs schien es, dass es dem Präsidenten (R. T. Erdogan) gelingen wird, einen Fortschritt bezüglich der Partei der Demokratischen Union (PYD) und der kurdischen Volksverteidigungseinheiten zu erzielen. Man hatte sich diesen Besuch zuvor als eine Wende für die Beziehungen der Türkei und der USA vorgestellt. Doch weder in Bezug auf die syrischen Kurden noch auf die Auslieferung Gülens ist ein konkreter Fortschritt erzielt worden“, sagte Yilmaz.

    Ein endgültiger Abbruch der Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei trotz der ernsten Gegensätze in den türkisch-amerikanischen Beziehungen aber unmöglich, so Yilmaz.

    Doch die Situation sei gespannt. Insbesondere werden die Ereignisse um Syrien als Grund für die Entstehung der Probleme in den Beziehungen zwischen beiden Ländern genannt. Beide müssten sich darauf konzentrieren, wie und auf welche Weise sie diese Situation regeln können. Die Türkei bleibe für die USA ein wichtiges Land in dieser Region. Die USA als Weltmacht beeinflussen unvermeidlich die Entscheidungen, die von der Türkei getroffen werden, ebenso ihre Position. Bis dato seien, wie man sehe, keine konkreten Kompromisse oder wenigstens Zwischenvereinbarungen erzielt worden.

    „Wir hoffen, dass die Seiten eine gemeinsame Plattform für die Verhandlungen schaffen werden“, sagte Yilmaz.

    Einen ähnlichen Standpunkt brachte auch der Vizevorsitzende der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP), Mehmet Günal, zum Ausdruck. Im Laufe des Gesprächs erinnerte er an Erdogans Worte nach seinem China-Besuch:

    „Wir treffen endgültige Entscheidung bezüglich der USA-Beziehungen. Doch wenn die Geschichte um die Partei der Sozialistischen Union diese Beziehungen überschatten wird, dann werden wir unsere eigenen Interessen einhalten müssen.“

    Wir haben ihn damals in dieser Frage unterstützt, fuhr Günal fort.

    "Am Vorabend unseres Besuches trat unser Vorsitzender mit einer Erklärung auf: 'Wir unterstützen unseren Präsidenten, der in die USA reist, damit er unsere Rechte und Interessen verteidigt', so Günal.

    „Es ist durchaus verständlich, dass wir nicht wissen können, worüber die beiden Staatschefs in Laufe ihres Treffens verhandelt haben und was demnach unter den Delegationen besprochen wurde. Doch konkrete Ergebnisse bleiben aus. Es wurden nur gegenseitige Wünsche und Bitten ausgetauscht. Der Präsident sprach sich über die Notwendigkeit aus, gemäß den Grundsätzen der strategischen Partnerschaft und der bestehenden Vereinbarungen bezüglich der Partei der Sozialistischen Union und der kurdischen Volksverteidigungseinheiten zu handeln. Die USA haben sich jedoch jeglicher Erklärungen diesbezüglich enthalten", sagte Günal.

    Es seien keine Entscheidungsänderungen über die Lieferungen schwerer Bewaffnung an die syrischen Kurden vorgesehen. Man hoffe, dass der amerikanischen Seite im Laufe der Gespräche die die Verbindungen zwischen der PSU und der Arbeiterpartei Kurdistans beweisenden Daten und Dokumente vorgelegt worden seien.

    „Gestern hat unser Vorsitzender betont, dass aus zwei Varianten gewählt werden muss, sollten die amerikanischen offiziellen Persönlichkeiten keine Wahl treffen können. Entweder wählen sie die Beziehungen zur Arbeiterpartei Kurdistans oder sie beginnen ihre Zusammenarbeit mit der Türkei als mit einem Alliierten, indem sie auf die für uns sensiblen  Fragen achtgeben und mit uns bei den Säuberungsaktionen gegen die Terroristen kooperieren“, so Günal.

    Anderenfalls werde es unmöglich sein, über die strategische Partnerschaft als auch einfach über die Aufrechterhaltung der gesunden gegenseitigen Beziehungen zwischen der Türkei und den USA zu reden.

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    Tags:
    ergebnislos, Besuch, Abbruch, Verhandlungen, Präsident, Staatschef, Partei der Sozialistischen Union, Volksrepublikanische Partei der Türkei, Partei der Nationalistischen Bewegung, Kurdenpartei PYD, syrisch-kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Mehmet Günal, Öztürk Yilmaz, Fethullah Gülen, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, USA
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