04:49 22 September 2017
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    Meldonium, das 2016 als Dopingmittel eingestuft wurde

    McLaren gibt zu: Kein staatlich unterstütztes Doping in Russland

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    Der Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Richard McLaren, hat zugegeben, dass es in Russland kein staatlich unterstütztes Doping-System gibt. Das sagte der Chef der unabhängigen Anti-Doping-Kommission, Witali Smirnow, am Freitag nach den Gesprächen mit McLaren.

    „Zunächst gab es Forderungen, den Bericht eindeutig zu akzeptieren“, erzählt Smirnow. Doch im Laufe der knapp dreistündigen Gespräche gab McLaren doch zu, dass die staatlichen Behörden in Russland die Nutzung von verbotenen Medikamenten bei den Sportlern nicht unterstützten. „Dies widerspricht ja dem Geist unseres Landes“, so Smirnow. „Sie (WADA – Anm. der Red.) haben das endlich auch selbst begriffen“, so Smirnow. 

    Die WADA hatte die RUSADA im November 2015 für nicht regelkonform erklärt. Demnach durfte die Agentur keine eigenen Dopingtests mehr durchführen. Am 18. Mai gab die WADA vier Punkte bekannt, die die RUSADA verbessern soll, um ihren Status wiederherzustellen. Eine der Forderungen war der Rücktritt der Vorsitzenden des Aufsichtsrates der RUSADA, der Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa. Sie soll aber Mitglied des Aufsichtsrates bleiben.

    Der kanadische Anwalt Richard McLaren hatte im vergangenen Dezember den zweiten Teil seiner Ermittlungen im Auftrag der WADA vorgestellt. Demnach sollen in Russland zwischen 2011 und 2015 über 1000 Sportler von Doping-Vertuschungen profitiert haben, darunter bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. 

     

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    Doping, Russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Jelena Issinbajewa, Richard McLaren, USA, Russland