20:46 17 Dezember 2017
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    WikiLeaks-Gründer Julian Assange im selbstgewählten Exil in Ecuadors Botschaft in London

    Assange bezeichnet Beschluss schwedischer Justiz als „wichtigen Sieg“

    © REUTERS/ Courtesy of WikiLeaks
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    WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat die Entscheidung der schwedischen Justiz, die Ermittlungen gegen ihn einzustellen, als einen „großen Sieg“ bezeichnet. „Aber das ist bei weitem noch kein Ende des Weges“, sagte der 45-jährige Australier am Freitag auf einer Pressekonferenz, die er vom Balkon der ecuadorianischen Botschaft in London gab.

    „Das war heute ein wichtiger Sieg für mich. Aber das ist erst der Anfang des Weges. Der richtige Krieg steht noch bevor“, sagte Assange. Das sei auch ein Sieg für das Menschenrechtssystem der UN. „Festnahmen und Auslieferungen ohne Anschuldigung sind bereits zu einer Besonderheit der Europäischen Union geworden. Zivilisierte Länder dürfen sich so nicht verhalten“, kritisierte Assange.

    Nach Einstellung der schwedischen Ermittlungen gegen Assange hatte Ecuador freies Geleit gefordert, damit der Wikileaks-Gründer die Botschaft in London verlassen kann. „Der europäische Haftbefehl gilt nicht länger“, teilte Außenminister Guillaume Long am Freitag in Quito nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur mit.

    Botschaft Ecuadors in London
    © REUTERS/ Peter Nicholls

    Das Vereinigte Königreich müsse Julian Assange nun eine sichere Passage garantieren. Long kritisierte, dass die schwedische Staatsanwaltschaft über vier Jahre gebraucht habe, das Angebot anzunehmen, Assange in der Botschaft zu befragen.

    Der Wikileaks-Gründer muss offensichtlich nicht mehr die Auslieferung nach Schweden befürchten, dennoch droht ihm weiter die Festnahme. Die britische Polizei kündigte umgehend an, den Enthüllungsaktivisten festzunehmen, sobald er Ecuadors Botschaft in London verlasse. Der Australier lebt seit 2012 im selbstgewählten Exil in der Botschaft, um einer Auslieferung zu entgehen. Damit war Assange zunächst aber noch kein freier Mann.

    Zuvor hatte die schwedische Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen gegen den 45-Jährigen wegen Vergewaltigungsvorwürfen eingestellt. “Wir sehen keine Möglichkeiten, die Ermittlungen weiter voranzubringen“, wurde Anklägerin Marianne Ny in Stockholm von der dpa zitiert. Sie betonte zugleich: „Wir treffen keine Aussagen zur Schuld.“

    „Ich vergebe und vergesse nicht“, hatte Assange am Freitag auf Twitter geschrieben. „Sieben Jahre lang ohne Anklage festgehalten (…), während meine Kinder großgeworden sind und mein Name verleumdet wurde.“

     

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    Sieg, Justiz, Guillaume Long, Ecuador, Schweden, Großbritannien
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